*** 1. mit GMTP Gmtp https://www.linux-magazin.de/ausgaben/2020/06/bitparade-28/2/ Deutlich zuverlässiger als über die herkömmlichen Dateimanager kommunizieren unter Linux verschiedene grafische Werkzeuge auf Qt- oder GTK-Basis mit den Android-Geräten. Das Standard-Tool für GTK-basierte Oberflächen heißt Gmtp [3]. Es wartet in den Repositories aller gängigen Linux-Derivate. Die Installationsroutine legt einen entsprechenden Starter für Gmtp in der Menühierarchie des Linux-Desktops an. Auf dem Android-Gerät braucht der Nutzer keine App zu installieren, es muss aber per USB-Kabel am PC hängen. Nach dem Start präsentiert Gmtp eine schlichte Oberfläche, die auf den ersten Blick erkennen lässt, dass ihr Hauptzweck im Datentransfer besteht. Neben einer oben angebrachten horizontalen Menü- und Schalterleiste weist das Programmfenster einen großen, anfangs leeren Bereich auf, um die Datenbestände zu visualisieren. Im ersten Schritt stellt der Anwender eine Verbindung zum Android-Gerät her. Dazu klickt er auf den Button Verbinden oben links im Programmfenster. Hat er am Smartphone den Datenzugriff erlaubt, öffnet die Software ein überlappendes Fenster. Darin entscheidet der Nutzer über ein Auswahlfeld, ob er auf den internen Speicher oder den externen Massenspeicher des Android-Geräts zugreifen will. Im Folgenden zeigt die Software im Hauptfenster die im ausgewählten Speicher vorhandenen Daten in einer Ordnerhierarchie an (Abbildung 2). Der Anwender verwaltet nun Dateien und Ordner mithilfe der Schaltflächen Hinzufügen, Löschen oder auch Download wie in einem lokalen System. Die Buttons Playlisten und Album Cover dienen dazu, Audiodateien zu verwalten und zu vervollständigen. Teilweise kann das Werkzeug auch die Aufgaben eines Audioplayers beim Organisieren von Musiksammlungen übernehmen. Über den Button Einstellungen gibt der Nutzer dagegen primär Verzeichnispfade für den Up- und Download an, um für das angeschlossene Gerät eigene Pfade zu erzeugen und die Dateien nicht in der herkömmlichen Ordnerhierarchie suchen zu müssen. Auch der Akkuladestand des Smartphones oder Tablets erscheinen in diesem Dialog auf dem Desktop-PC. Dank der USB-Verbindung lädt der PC die angebundenen Android-Geräte auch gleich auf, was die Anzeige berücksichtigt. Treten Probleme auf, ermittelt der Anwender deren Ursache über den Dialog Eigenschaften, den er rechts im Programmfenster erreicht. Hier findet er zahlreiche Informationen zum Mobilgerät, darunter alle unterstützten Dateiformate, wodurch sich Inkompatibilitäten ermittelt lassen. Auch über die vorhandenen und belegten Speicherkapazitäten informiert das Eigenschaftsfenster (Abbildung 3). Über die Menüleiste stellt Gmtp weitere Funktionen bereit: Unter Bearbeiten gibt es die Option, den Speicher des angeschlossenen Mobilgeräts zu formatieren. Über Datei | Umzug nach verschiebt der Linux-Nutzer komplette Ordnerhierarchien. So überträgt er beispielsweise eine auf dem PC gesicherte Musiksammlung in einem Rutsch auf das Smartphone. Gmtp zeigt dazu in einem überlappenden Fenster die Ordnerhierarchie des Zielmediums an und erlaubt es, Ordner mit der Maus zu verschieben. Hat der Nutzer alle Arbeiten erledigt und will das Mobilgerät vom Rechner entkoppeln, klickt er auf Trennen. Das Mobilgerät signalisiert die Trennung, sobald der PC das Dateisystem ausgehängt hat. *** 2. mit rsync (Übersicht mit KI: google: android rsync backup wie) Um ein Android-Rsync-Backup durchzuführen, installieren Sie die App Termux und das Add-on Termux:API auf Ihrem Smartphone, richten Sie eine SSH-Verbindung zu Ihrem Ziel (z.B. einem NAS oder PC) ein und kopieren Sie die gewünschten Dateien mit einem Skript oder manuell. Sie können auch das USB-Debugging aktivieren und das Gerät über ein USB-Kabel direkt mit einem PC verbinden, um mit rsync auf die Dateien zuzugreifen. Schritt-für-Schritt-Anleitung (Termux-Methode) Vorbereitung auf dem Android-Gerät: Installieren Sie Termux und Termux:API, vorzugsweise aus dem F-Droid Store, um mehr Funktionen zu erhalten. Aktivieren Sie den Speicherzugriff in Termux mit dem Befehl termux-setup-storage. Stellen Sie sicher, dass Ihr Gerät im WLAN ist, wenn Sie eine drahtlose Sicherung durchführen möchten. Aktivieren Sie die Entwickleroptionen, falls noch nicht geschehen. Aktivieren Sie die Option, das Gerät beim Laden eingeschaltet zu lassen, damit der Sicherungsvorgang nicht durch die Bildschirmsperre unterbrochen wird. Einrichtung der SSH-Verbindung: Aktualisieren Sie die Paketliste und installieren Sie die benötigten Pakete in Termux: pkg upgrade und pkg install openssh. Erstellen Sie einen SSH-Schlüssel auf Ihrem Android-Gerät: ssh-keygen. Kopieren Sie den öffentlichen SSH-Schlüssel auf Ihren Zielserver (z. B. Ihren PC oder Ihr NAS), indem Sie Befehle wie ssh-copy-id verwenden oder manuell die Schlüsseldatei kopieren. Sie können sich dann mit Ihrem Zielserver verbinden, um die Verbindung zu testen: ssh user@host. Durchführung des Backups: Sie können ein Skript wie android-rsync-backup von GitHub verwenden, um den Sicherungsvorgang zu automatisieren. Alternativ können Sie rsync manuell ausführen, z. B.: rsync -avH /data/data/com.example.app user@host:/backup/. Wenn Sie nur bestimmte Ordner sichern möchten, können Sie diese manuell angeben. Alternative: USB-Debugging Vorbereitung: Aktivieren Sie die Entwickleroptionen auf Ihrem Android-Gerät, indem Sie mehrmals auf die "Build-Nummer" in den Einstellungen tippen. Aktivieren Sie in den Entwickleroptionen das USB-Debugging. Verbinden Sie das Gerät mit einem USB-Kabel mit Ihrem PC. Bestätigen Sie die Verbindung auf Ihrem Gerät, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Durchführung des Backups: Verwenden Sie den rsync-Befehl auf Ihrem PC, um auf das angeschlossene Android-Gerät zuzugreifen. Beachten Sie, dass der Zugriff auf bestimmte System- und App-Daten ohne Root-Zugriff eingeschränkt sein kann. Wichtige Hinweise Root-Zugriff: Ein Root-Zugriff auf Ihrem Android-Gerät ermöglicht es Ihnen, auf mehr Daten zuzugreifen, ist aber möglicherweise nicht für alle Nutzer praktikabel oder notwendig. Automatisierung: Termux bietet Tools wie termux-job-scheduler, um Sicherungen automatisch zu planen, z. B. stündlich bei bestehender WLAN-Verbindung und Ladegerät-Anschluss. Sicherheit: Verwenden Sie SSH, um Ihre Daten während der Übertragung zu verschlüsseln. Alternative zu rsync: Wenn Sie ein sichereres Protokoll für die Datenübertragung wünschen, können Sie auch SFTP verwenden, das auf SSH basiert.