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Urs Mansmann

Express-Zustellung

Clients für Instant Messaging

Echtzeitkommunikation mit Instant Messengern erfreut sich großer Beliebtheit - und die Betreiber der Messaging-Dienste buhlen mit immer mehr Funktionen um potenzielle Nutzer. Aus den einfachen Tools zur Übermittlung von Texten sind inzwischen ausgefeilte Alleskönner geworden.

Unterthema: Instant-Messenger

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Kostenlose Text-Chats, Telefonate und Videokonferenzen, all das bieten die so genannten Instant Messenger (IM). Besonders Jugendliche nutzen die IM immer häufiger - und sparen sich das Geld für SMS oder gar MMS. Aber auch die geschäftliche Nutzung verzeichnet einen steilen Anstieg; Instant Messaging ist in vielen Fällen praktischer als E-Mail.

Noch nicht einmal zehn Jahre alt ist das ICQ-Netzwerk, der Vorreiter für die heutigen IM-Dienste. ICQ wird im Englischen ausgesprochen wie "I seek you", ich suche dich. Die von vier israelischen Studenten gegründete Firma Mirabilis verkaufte das Produkt knapp zwei Jahre nach der Einführung für 287 Millionen US-Dollar an AOL, ein legendärer Deal, der eine ganze Generation von Internet-Start-up-Unternehmen beflügelte. Inzwischen sind die Goldgräberzeiten vorbei, das Geschäft mit den Instant Messengern läuft aber weiterhin gut. Die Nutzung ist zwar kostenlos, dafür kassieren die Anbieter aber für Werbebanner, die sie in den Clients einblenden.

Die derzeit beliebtesten Netzwerke sind der AOL Instant Messenger AIM, ICQ, MSN, Yahoo und Skype. Außerdem versucht Google, mit einem eigenen Netzwerk namens Google Talk auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Anders als in den Mobilfunknetzen ist eine netzübergreifende Kommunikation zwischen verschiedenen IM-Anbietern von Haus aus nicht möglich. Die erste Ausnahme bildeten AIM und ICQ; Teilnehmer dieser beiden Netze können seit der Übernahme von ICQ durch AOL miteinander kommunizieren. Kurz vor Redaktionsschluss haben sich auch MSN und Yahoo zusammengeschaltet und erlauben in einer Beta-Phase die netzübergreifende Kommunikation, allerdings zunächst nur mit Text.

Wer mit Partnern in verschiedenen, inkompatiblen Netzen kommunizieren will, hat die Wahl zwischen dem Betrieb mehrerer Clients und dem Einsatz eines so genannten Multiprotokoll-Clients, der in mehreren Netzen gleichzeitig kommunizieren kann. Die erste Lösung mit den Clients der IM-Netzbetreiber ist die leistungsfähigste; sie beherrschen die gesamte Bandbreite des jeweiligen Dienstes. Komfortabler sind Multiprotokoll-Clients, von denen aber die meisten nur die Übertragung von Text, nicht aber von Audio und Video beherrschen.

Die Multiprotokoll-Clients stoßen den Netzbetreibern sauer auf, da sie das Geschäftsmodell der Werbeeinblendung im Client zunichte machen. Und so ändern die Betreiber hin und wieder das verwendete Übertragungsprotokoll ein wenig ab, um die unliebsamen Konkurrenten auszuschließen. Meist dauert es aber nur kurze Zeit, bis in einem solchen Fall Patches oder Updates für die Clients verfügbar sind. Wir haben für unseren Test die verbreitetsten Multiprotokoll-Clients Gaim, Miranda, SIM und Trillian gewählt.

Neben den klassischen Software-Lösungen etablieren sich in letzter Zeit auch Web-Anwendungen, die sich betriebssystemunabhängig mit jedem JavaScript-fähigen Browser nutzen lassen. So hat man auch im Urlaub im Internet-Café oder unterwegs mit dem PDA Zugriff auf seine Kontakte. Als Vertreter dieser Web-Anwendungen haben wir exemplarisch Kool IM und Meebo ins Testfeld aufgenommen.

Mit der Sicherheit nehmen es die Betreiber der Web-Clients nicht allzu genau: Bestenfalls die Übergabe der Login-Daten ist verschlüsselt. An WLAN-Hotspots chattet man also mehr oder weniger öffentlich. Obendrein wird nicht jedem der Gedanke behagen, dass seine Login-Daten, die oft nicht nur Zugriff auf IM-Dienste, sondern auch aufs persönliche Postfach ermöglichen, auf dem Server eines Drittanbieters durchgereicht oder womöglich dort gespeichert werden. Die Funktionalität ist spartanisch: Mehr als Einloggen und der Austausch von Textnachrichten ohne Formatierung ist bei Kool IM nicht möglich, Meebo bietet wenigstens noch die Möglichkeit, zusätzliche Kontakte in die Liste aufzunehmen, die Texte zu formatieren oder neue Kontakte hinzuzufügen.

Auch AOL bietet für ICQ und AIM solche Web-Anwendungen an. Bei ICQ heißt der Dienst "ICQ2go", bei AIM "Webmessenger". Genau wie die unabhängige Konkurrenz bieten sie nur textbasiertes Instant Messaging, aber immerhin ist bei der Verbindung kein mehr oder weniger unbekannter Dienstleister beteiligt, sondern nur der IM-Betreiber selbst.

International

Alle getesteten Clients unterstützen inzwischen Unicode. Wer also Textbotschaften beispielsweise in Russisch, Griechisch, Thailändisch, Hebräisch oder Arabisch austauschen möchte, kann das problemlos tun. Windows XP enthält bereits alle nötigen Schriften. Lediglich die umfangreichen Fonts für Chinesisch, Japanisch und Koreanisch werden standardmäßig nicht installiert, lassen sich aber von der Windows-CD nachladen. Ganz nebenbei sorgt die Unicode-Unterstützung dafür, dass deutsche Umlaute und das "ß" korrekt wiedergegeben werden. Lediglich bei Trillian und Miranda zeigten sich beim Austausch von exotischen Schriftarten vereinzelt Probleme beim Zusammenspiel mit fremden Clients.

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Auch mit internationalen Zeichensätzen (hier thailändisch und arabisch) kommen die Clients durchweg problemlos zurecht.

Neben solch nützlichen Features findet sich aber auch viel Tinnef, beispielsweise die Möglichkeit, Audio-Clips einzuspielen oder Avatare einzubinden. Als Text eingegebene Smileys werden in kleine Grafiken umgewandelt, was gerne zu Missverständnissen führt. Die Umsetzung unterscheidet sich je nach eingesetztem Client erheblich - aus dem Klassiker :-\ oder :-/, der Missfallen ausdrückt, wird bei einigen Clients etwa ein gähnender Smiley.

In der Community beliebt sind auch Online-Spiele. Die lassen sich ohne viel Aufwand direkt aus der Nachrichtensitzung heraus starten, sodass mühsame Verabredungen auf Webseiten entfallen. Außer solchen Spielereien gibt es aber auch nützliche Zusatzfunktionen, beispielsweise Nachrichtenticker, die aktuelle Meldungen oder Wetterberichte in den Client einblenden.

Alle Clients haben gemeinsame Grundfunktionen, die sich aus dem Einsatzgebiet geradezu zwingend herleiten. Dazu gehört ein Hinweis per Sound oder Pop-up, wenn ein in der Buddy-Liste enthaltener Kontakt online geht oder eine Nachricht schickt. Ebenfalls Standard ist eine Abfrage, ob ein anderer Anwender die eigenen Kontaktdaten aufnehmen und damit den Online-Status abfragen kann, und die Möglichkeit, unerwünschte Gesprächspartner permanent auszublenden. Lediglich die Web-Clients, die einen erheblich reduzierten Funktionsumfang bieten, patzen noch in dem einen oder anderen Punkt.

Die Installationsroutinen der proprietären Clients gehen mit der Windows-Installation in vielen Fällen ein wenig ruppig um: Sie ändern die Startseite des Browsers und installieren dort gleich zusätzlich noch die passende Toolbar, wenn man sich zu hastig durch die Installationsroutine klickt und die Häkchen nicht entfernt hat. Standardmäßig starten die Programme beim Hochfahren von Windows automatisch. Um diese Einstellung zu entfernen, muss man sich bei ICQ und Yahoo lästigerweise zunächst einmal einloggen, um Zugriff aufs Menü zu erhalten. Ohne Login lässt sich lediglich der Proxy einstellen.

Feintuning

Vor dem ersten Chat muss man die Clients zunächst einmal den eigenen Vorlieben anpassen. Selbst einfachste Features wie die Schriftgröße können dabei für Probleme sorgen. In den meisten IM-Netzen legt der Absender Schriftart, -größe und -stil fest, der Empfänger kann daran nichts ändern. Je nach Bildschirmtyp und verwendeter Auflösung wird aus normal großen Buchstaben beim Empfänger Augenpulver, oder intime Botschaften prangen für alle im Großraumbüro lesbar auf dem Bildschirm. Eine Lösung bieten nur Trillian und Skype: Hier legt der Empfänger die Buchstabengröße fest - wobei aber auch die Buchstabengröße als Stilmittel im Chat wegfällt.

Per Default aktivierte Sounds, die bei jeder eingehenden Nachricht ertönen und Zimmernachbarn zur Verzweiflung bringen können, nerven viele Anwender. Sie lassen sich zwar durchweg abschalten, man muss die passende Einstellung aber erst einmal ausfindig machen.

Eine ganz einfache Funktion, die aber nicht in jedem Client vorhanden ist, ist der Timestamp. Wer von der Mittagspause oder vom Spaziergang mit dem Hund an den Rechner zurückkehrt, kann damit feststellen, ob eine eingegangene Nachricht dort schon seit Stunden vor sich hin gammelt oder gerade eben frisch eingetroffen ist. Genauso wichtig, aber bei AIM nicht implementiert, ist der Offline-Empfang. Er erlaubt der Gegenseite, Nachrichten zu hinterlegen, die sofort nach dem Einloggen angezeigt werden.

Ein ganz spezielles Problem der IM ist die Suche nach Freunden, meist als Buddys bezeichnet. Jeder Nutzer hat eine eindeutige ID, bei MSN ist es die Hotmail-Adresse, bei AIM und Yahoo ein Benutzername, der dem Local Part der E-Mail-Adresse entspricht, bei ICQ eine fortlaufende Nummer. Wer mit einem bestimmten Partner chatten will, benötigt dessen ID. Hat man die nicht zur Hand, weiß aber den Namen, kann man nur bei ICQ und Skype gezielt nach der ID suchen. Allerdings tragen viele Nutzer ihre Daten aus Angst um ihre Privatsphäre nicht korrekt ein, sodass die Suche meist erfolglos bleibt.

Zeitgenossen, mit denen man lieber nichts zu tun haben möchte, lassen sich in allen Netzen per Mausklick blocken, weitere Nachrichten von ihnen werden nicht mehr zugestellt. Wenn der Chat-Stalker mit einem Zweit- und Drittaccount nachlegt, greifen die Sicherheitsmechanismen: Der Anwender kann wählen, ob er die Aufnahme in die Kontaktliste einer Gegenstelle erlaubt, und damit seinen Online-Status enthüllt. Nachrichten von Fremden werden nicht zugestellt oder in Quarantäne genommen und nur auf besonderen Wunsch angezeigt. Diese Maßnahmen wirken nicht nur bei Chat-Stalkern, sondern auch bei Spammern.

In den Instant Messengern finden sich auch zunehmend kostenpflichtige Dienste, etwa der Versand von SMS in die Mobilfunknetze oder weltweite Telefonate in die Fest- und Mobilfunknetze.

Clients der Netzbetreiber

AOL, ICQ, MSN, Yahoo und Skype arbeiten mit proprietären Protokollen. Google setzt als einziger Betreiber auf das offene Protokoll XMPP, landläufig meist als Jabber bezeichnet, was für erfahrene Anwender zusätzliche Möglichkeiten eröffnet und die Implementation in Multiprotokoll-Clients erleichtert.

Der Wettbewerb läuft derzeit in erster Linie über den Funktionsumfang der Clients. Das Tool soll möglichst alles können und dabei leicht bedienbar bleiben. Die Quadratur des Kreises gelingt den einzelnen Herstellern aber unterschiedlich gut. ICQ beispielsweise ist berüchtigt dafür, das Programm mit Features und Einstellmöglichkeiten zu überladen. Besonders gelungen ist der neue Windows Live Messenger, der trotz vieler Funktionen klar strukturiert und übersichtlich ist.

AIM

Die Nutzung des Instant Messenger von AOL erfordert keine AOL-Mitgliedschaft. Jedermann kann sich einen Benutzernamen holen und unentgeltlich chatten. AOL-Kunden sollten sich einen separaten Webnamen für den AIM zuweisen lassen, da sie anderenfalls möglicherweise Spammern ihre E-Mail-Adresse offenbaren.

Wir konnten kurz vor der Veröffentlichung die brandneue deutsche Version des Messengers "Triton" testen, der in den USA schon seit längerem angeboten wird. Er hat eine neu gestaltete, übersichtliche Oberfläche, unterstützt Voice- und Videochats und hat auch die Firewall-Probleme der Vorgängerversion AIM 5.1 bei Voice-Chats behoben. Die Qualität der Videokonferenz ist bislang aber nur mäßig, offenbar kommt ein recht bandbreitenhungriger Codec zum Einsatz. Neu im Triton ist auch eine Funktion zum Bildertausch - die Auswahl erfolgt über Thumbnails, die einzeln etwas vergrößert dargestellt werden können. Die Bilder lassen sich auf Wunsch auch in voller Auflösung herunterladen.

Der Anwender kann Hyperlinks mit einem beliebigen Linktext versehen. Das vergrößert die Gefahr, dass arglosen Nutzern bösartige Links untergeschoben werden, beispielsweise indem sich hinter dem Linktext www.harmloserlink.de die URL www.boesartigerexploit.de verbirgt. Vor dem Aufruf sollte man also unbedingt mit der Maus auf den Link fahren und sich die tatsächliche Zieladresse per Tooltip anzeigen lassen.

Google Talk

Google verlangt für die Anmeldung eine SMS-Verifizierung, die für Deutschland nicht verfügbar ist. Über den Umweg eines Google-Mail-Accounts kommt man allerdings auch an eine Kennung für Google Talk. Talk und Mail arbeiten Hand in Hand - die History beispielsweise wird in Google Mail abgelegt und kann dort eingesehen werden.

Der Empfang von Offline-Nachrichten ist ein wenig eigenwillig gelöst; bei anderen Clients erscheinen diese, sobald der Anwender online geht. Bei Google Talk muss man sie in der History suchen.

Der Funktionsumfang bleibt weit hinter dem der Konkurrenz zurück. Google Talk beherrscht keine Video-Konferenzen und lässt keine Textformatierungen zu. Auch Schnickschnack wie beispielsweise grafische Smileys sucht man vergebens. So ist Google Talk eher ein Werkzeug für Puristen, die sich auf Grundfunktionen beschränken wollen - und bislang werbefrei.

ICQ

Instant-Messaging-Pionier ICQ glänzt heute durch umfangreiche Funktionen. So kann sich der Anwender beispielsweise unsichtbar machen, davon aber bestimmte Partner ausnehmen. Noch nicht perfekt ist die Anbindung an die Telefonnetze; zwar kann man vom ICQ Messenger aus Anrufe starten, ist aber selbst nicht erreichbar.

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Die Optionmenüs von ICQ wirken unaufgeräumt und überladen.

Das Programm wirkt ein wenig überladen. Die Audio-Ereignisse bei eingehenden Nachrichten oder wenn ein User aus der Kontaktliste online geht, sind äußerst penetrant, lassen sich im Menü aber abstellen. Die passenden Menüpunkte sind in der neuesten Version leicht zu finden.

Auch sonst verhält sich ICQ aufdringlich; neben der Werbung finden sich massenhaft "Xtras", die wenig Nutzwert bringen. Am ICQ-Netz kommt man aufgrund der großen Verbreitung dennoch kaum vorbei. Wenn man sich die Mühe macht und die Einstellungen verändert, lässt sich mit dem Client komfortabel arbeiten.

Windows Live Messenger

Microsoft hat seinen Messenger bislang in einer mit Windows gelieferten und einer online vertriebenen Version bereitgestellt. Letztere wurde nun grundlegend überarbeitet. Der neue Live-Messenger bietet erheblich mehr Funktionen.

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Im Windows Live Messenger gibt es ein Whiteboard, das das gemeinsame Erstellen einer Zeichnung ermöglicht.

Das Programm integriert zahlreiche Features, beispielsweise eine Funktion zum Tausch von Bildern, den Remote Desktop Manager zum Fernsteuern der Gegenstelle oder ein Whiteboard, bei dem die Gesprächspartner gemeinsam an einer Zeichnung arbeiten können. Neu ist ein Video-Chat mit einer Auflösung von bis zu 640 x 480 Bildpunkten - an einem 1-MBit/s-DSL-Anschluss mit nur 128 kBit/s im Upstream ist die Bildqualität im Vergleich zu den anderen IM überragend.

Die neue Funktionsvielfalt hat der Übersichtlichkeit indes nicht geschadet. Ärgerlich ist nur die allgegenwärtige Werbung. Selbst bei Beginn einer Videokonferenz wird erst einmal ein kurzer Spot eingeblendet.

Yahoo

Der neue Yahoo Messenger 8.0 unterstützt auch Plug-ins. Das API dafür ist offen gelegt, sodass jedermann eigene Anwendungen schreiben und verbreiten kann. Yahoo bietet bereits einige Plug-ins an, beispielsweise das Blogging-Tool "360°", einen Online-Übersetzer, zusätzliche Online-Spiele oder eine Überwachung für eBay-Auktionen.

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Yahoo liefert standardmäßig bereits einige Plug-ins mit zusätzlichen Diensten.

Die Videokonferenz bei Yahoo ist ein wenig kompliziert zu bedienen. Einige Gimmicks wie Online-Spiele werden in einem Browser gestartet. Offenbar besteht hier noch Nachbesserungsbedarf, denn wir erhielten recht häufig Skript- oder Ladefehler.

Yahoo bietet zwar eine VoIP-Anbindung, für eingehende Gespräche gibt es aber keine deutschen Rufnummern, sondern nur ausländische. Innerhalb des Netzes sind auch Video-Verbindungen möglich.

Mit der neuen Version hat Yahoo dicht zu MSN aufgeschlossen. Dass man keine Angst voreinander hat, zeigt die vor kurzem erfolgte Vernetzung der beiden Systeme.

Skype

Anders als die Konkurrenten startete Skype seinen Dienst in erster Linie als VoIP-Anwendung in einem geschlossenen Netzwerk. Inzwischen ist der Skype-Client aber auch mit umfangreichen Text- und Videochat-Funktionen ausgestattet. Im VoIP-Bereich verteidigt Skype seine Spitzenstellung: Der Dienst vergibt an seine Kunden als einziger aus dem IM-Sektor Rufnummern für eingehende VoIP-Gespräche aus allen deutschen Ortsnetzen. Und so wächst denn die Skype-Community auch stetig.

Als einziger Anbieter setzte Skype von Anfang an auf eine End-to-End-Verschlüsselung der Client-Kommunikation, die sowohl die VoIP- und Video- als auch die Textkommunikation umfasst. Allerdings sind Algorithmus und Implementation nicht offen gelegt, sodass sich die Wirksamkeit dieser Maßnahme nicht überprüfen lässt.

Für gelegentlichen Ärger sorgt allerdings die Verwaltung der Gesprächsguthaben für VoIP-Telefonate in die Fest- und Mobilfunknetze: Wer länger als ein halbes Jahr keinen kostenpflichtigen abgehenden Anruf führt, verliert das gesamte Guthaben ersatzlos.

Multiprotokoll-Clients

Wer seine potenziellen IM-Kontakte in mehreren Netzen suchen muss, sollte den Einsatz eines Multiprotokoll-Clients in Erwägung ziehen. Die einheitliche Bedienoberfläche bietet mehr Komfort und Übersicht, dafür muss man aber auf einige Funktionen verzichten. Bestenfalls noch Voice-Chats kann man von kostenlosen Clients erwarten, Video-Chats hingegen bietet kein kostenloses Programm. Dafür bleibt man aber auch von lästiger Werbung verschont, die andernorts zur Finanzierung der IM-Netze dient.

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Unter Plug-ins verstehen die Hersteller von Multiprotokoll-Clients Instant-Messenger-Protokolle.

Traditionell unterstützten die Multiprotokoll-Clients AIM, ICQ, MSN und Yahoo. Oft bieten sie auch weitere Protokolle an, beispielsweise IRC (Internet Relay Chat) oder Jabber, das wiederum Zugriff auf das Netz von Google Talk ermöglicht. Lediglich für Skype bleibt der proprietäre Client erste Wahl - bislang fanden wir noch keinen Multiprotokoll-Client, der diesen Dienst einbindet.

Gaim

Das Open-Source-Programm Gaim bietet nur Grundfunktionen für den Text-Chat an, die aber durchweg für alle Netze sauber implementiert sind. Der Funktionsumfang unterscheidet sich ein wenig, je nach dem gerade benutzten Netzwerk. Die Dateiübertragung beispielsweise ist nicht in allen Netzwerken verfügbar.

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Im Zusammenspiel mit fremden Clients stehen Voice- und Videokommunikation oft nicht zur Verfügung.

Einige erweiterte Dienste, wie beispielsweise der unsichtbare Modus von ICQ, lassen sich in Gaim nicht steuern. Ebenso wenig beherrscht das Programm Voice- und Video-Chats.

Miranda

Miranda ist ein einfacher, übersichtlicher Client für alle gängigen Netzwerke. Das Programm verfügt über ein API für Plug-ins. Auf der Miranda-Homepage (www.miranda-im.org) sind zahlreiche kleine Helfer verfügbar, die das Programm aufpeppen. Eine recht aktive Community beschäftigt sich mit der Fortentwicklung des Clients und seiner Plug-ins.

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Miranda ermöglicht eine komfortable und fein abgestufte Rechtezuweisung für jeden Chat-Partner.

Besondere Stärken hat Miranda bei der Rechteverwaltung, beispielsweise bei der Festlegung, wer sehen darf, dass man gerade tippt. Auch die Präferenzen bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Verhalten des Clients an die eigenen Wünsche und Vorstellungen anzupassen. Das geht nicht zu Lasten der Übersichtlichkeit; die einzelnen Menüpunkte sind gut strukturiert angeordnet.

SIM

SIM (Simple Instant Messenger) ist ein einfaches Programm mit überschaubarem Leistungsspektrum. Es beherrscht alle notwendigen Grundfunktionen inklusive des Dateitransfers. Daneben gibt es einige Extras wie eine Rechtschreibprüfung oder die Implementation von GnuPG zur Verschlüsselung. Über einen Debug-Logger kann die Datenübertragung des Programms nachvollzogen werden - eine ideale Spielwiese für Bastler. Das Programm ist aber trotz seiner Möglichkeiten übersichtlich gegliedert und in seinem Aufbau strikt logisch, sodass der Anwender wenig Einarbeitungszeit benötigt.

Trillian

Trillian bietet einen schnellen und komfortablen Login für alle Netzwerke und eine griffige Oberfläche, die alle wichtigen Punkte auf einen Blick zeigt. Allerdings hakten einige Funktionen. So gelang es uns nicht, über einen Yahoo-Account eine Voice-Verbindung herzustellen. Video-Funktionen bietet die kostenlose Basic-Version nicht, sondern nur die 25 US-Dollar teure Pro-Version. Auch mit der Pro-Version gelang uns allerdings keine Audio- und Video-Verbindung mit den aktuellen Clients von MSN und Yahoo. Die stellen fest, dass sie nicht mit einer aktuellen Client-Version sprechen und verweigern rundheraus die Zusammenarbeit.

Einen eingehenden Dateitransfer von einem Trillian-Client nahmen die Clients der Netzbetreiber immerhin noch an, Video hingegen funktionierte im MSN-Netzwerk gar nicht, bei Yahoo wird das Feature von Trillian erst gar nicht angeboten. Möglicherweise hängt das Problem mit den neuen Client-Versionen von MSN und Yahoo zusammen und wird mit einem Bugfix oder einer neuen Version behoben. Derzeit hat der Hersteller Cerulean Studios den Nachfolger, Trillian Astra, in Arbeit, der noch dieses Jahr erscheinen soll.

Gelegentlich kann ein Multiprotokoll-Client aber auch mehr als das Original des jeweiligen Netzes: Setzen zwei Gesprächspartner Trillian ein, können sie über das bei AIM und ICQ eingesetzte OSCAR-Protokoll verschlüsselte Nachrichten austauschen.

Kool IM

Kool IM ist ein einfacher Webdienst, der die gleichzeitige Nutzung verschiedener IM-Systeme ermöglicht. Zur Nutzung ist JavaScript erforderlich. Er bietet nicht einmal die Möglichkeit, neue Kontakte hinzuzufügen, vorhandene Kontakte können aber geblockt werden. Der Nachrichtenaustausch inklusive Übergabe der Passwörter erfolgt unverschlüsselt. Zur Nutzung ist JavaScript erforderlich. Obwohl Kool IM im Browser läuft, markiert er enthaltene Hyperlinks als einziges Programm im Testfeld nicht, sodass der Anwender diese per Kopieren und Einfügen übernehmen muss.

Meebo

Meebo ist ebenfalls ein auf JavaScript basierender Webdienst. Die Kommunikation des Web-Frontends ist zwar unverschlüsselt, wenigstens die Zugangspasswörter werden aber verschlüsselt zum Meebo-Server übertragen. Neben einem rudimentären Text-Chat, der aber immerhin die Auswahl von Schriftart und -größe erlaubt, ermöglicht Meebo auch das Hinzufügen neuer Kontakte, die in der zentralen Buddy-Liste gespeichert werden.

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Meebo bringt den Multiprotokoll-Client in den Browser. Allerdings bietet der Dienst nur Grundfunktionen.

Fazit

Für ihren ursprünglichen Verwendungszweck, nämlich kurze Textnachrichten, sind Multiprotokoll-Clients die erste Wahl. Insbesondere wenn die Kommunikationspartner in verschiedenen Netzen zu finden sind, sparen die Kombi-Programme dem Anwender Arbeit und dem Betriebssystem Ressourcen. Gaim und SIM sind einfach gestrickt, aber wirkungsvoll, Miranda und Trillian bieten einen größeren Funktionsumfang. Die Original-Clients sollte man aber in Reserve halten, um bei eventuellen Problemen auf eine Referenz zurückgreifen und auf Wunsch eines Kommunikationspartners erweiterte Funktionen nutzen zu können.

Wer nicht nur chatten, sondern auch Zusatzfunktionen wie Voice-Chat oder Videotelefonie nutzen möchte, sollte am besten den Original-Client einsetzen, der den kompletten Funktionsumfang des jeweiligen Netzes abdeckt. Erfahrungsgemäß lassen sich auch mehrere Clients problemlos installieren und gleichzeitig betreiben.

Für IM-Einsteiger unter Windows XP empfiehlt sich ein Blick auf den neuen Windows Live Messenger, der einfach einzurichten und zu bedienen ist und viele nützliche Funktionen bietet. Insbesondere das Whiteboard und die integrierte Remote-Konsole heben ihn im Moment deutlich von der Konkurrenz ab.

Web-Dienste wie Meebo oder Kool IM eignen sich lediglich als Behelf für unterwegs oder für die mobile Nutzung. Den meisten Anwendern dürften die wenigen dort verfügbaren Funktionen für einen ständigen Einsatz nicht ausreichen. Man sollte bei der Nutzung bedenken, dass solche Dienste eine Gefahr für die Vertraulichkeit von Benutzernamen und Passwort darstellen.

Wer Wert auf eine durchweg verschlüsselte Kommunikation legt, hat die Wahl zwischen Multiprotokoll-Clients und Skype. Die großen Netzbetreiber ignorieren dieses Thema im Moment noch. Voraussetzung für eine funktionierende Verschlüsselung ist allerdings durchweg, dass auf beiden Seiten der gleiche Client zum Einsatz kommt. (uma)

Soft-Link 0616148

Kasten 1


Instant-Messenger

Clients der Netzbetreiber AIM Google Talk ICQ Windows Live Messenger YahooMultiprotokoll-Clients Skype Gaim MirandaWebbasierte Multiprotokoll-Clients SIM Trillian KoolIM Meebo
Programm
VersionTriton 1.2k. A./Beta5.108.08.02.51.5.00.4.0.30.9.33.1 Basick. A./Alphak. A.
Sprachedeutschenglischdeutschdeutschenglischdeutschdeutschenglischdeutschenglisch3englischenglisch
AnbieterAOLGoogleICQMSNYahooSkypeGaimMirandaSIMCerulean StudiosKoolIMMeebo
Internetwww.aol.de www.google.com/talkwww.icq.com www.msn.de www.yahoo.de www.skype.com/intl/dehttp://gaim.sourceforge.nethttp://miranda-im.0rghttp://sim-im.orgwww.trillian.ccwww.koolim.comwww.meebo.com
BetriebssystemeWindows 98/ME/ 2000/XPWindows 2000/XP Windows 98/ME/ 2000/XPWindows XP Windows 98/ME/2000/XP Windows 2000/XP, Linux2, Mac OS2Windows, LinuxWindows 95-XPWindows 95-XP, LinuxWindows 95-XPJavaScriptJavaScript
Grundfunktionen
ProtokolleAIM, ICQ Jabber ICQ, AIM MSN Yahoo Skype AIM, ICQ, Jabber, MSN, Yahoo, weitereAIM, ICQ, Jabber, MSN, YahooAIM, ICQ, Jabber, MSN, YahooAIM, ICQ, MSN, Yahoo AIM, ICQ, MSN, Yahoo, JabberAIM, ICQ, MSN, Yahoo, Jabber
IRC-Anbindung------++-+--
Voice-Chat/Video Chat+/++/-+/++/++/++/+-/--/--/-+/-5-/--/-
Dateiübertragung+-++++++++--
Verschlüsselung----1-+++++--1
Textübertragung
Schriftgröße/-art Empfang einstellbar-/--/--/--/--/-+/+-/--/--/-+/+-/--/-
Schriftgröße/-art Senden einstellbar+/+-/-+/++/++/+-/-+/+-/-+/++/+-/-+/+
akustische Warnung bei Nachrichtenempfang/abschaltbar +/++/++/++/++/++/++/++/++/++/+-/--/-
mögliche Textformatierungen (C farbig, D durchgestrichen, U unterstrichen, F fett, K kursiv) U, F, K-C, D, U, F, KC, D, U, F, KC, U, F, KF, KC, U, F, K-C, U, F, KC, U, F, KC, U, F, KC, U, F, K
Time-Stamp bei jeder Nachricht/ der letzten Nachricht+/+-/-+/++/+-/++/++/+++/++/+-/-+/+
Offline-Empfang-(+)+++++++---
grafische Smileys+-+++++-++-+
VoIP-Funktionen
Gespräche in die Telefonnetze--++++------
Rufnummern für kommende Anrufe----USA, GB, FD (alle Ortsnetze)------
Zusatzfunktionen
Abwesenheitstext editierbar+++-+-++++-+
unsichtbarer Modus/Ausnahmen möglich-/--/-+/++/-+/++/-+/-+/-+/-+/+-/-+/-
Chat-History/Event-History-/-+/-+/++/++/++/++/++/++/++/+-/--/-
SMS-Versand/-Empfang-/--/-+/++/++/-+/-3-/--/-+/+-/--/--/-
Nachrichten-Ticker+-+++--+----
Online-Spiele--+++-------
Minimieren in den Tray möglich-+++++-+++--
Whiteboard---+--------
Remote-Desktop---+--------
Bildertausch+--++-------
werbefrei-+---+++++++
Bewertung
Anmeldung und Einrichtung[+][-][+][+][±][+][±][±][+][±][±][+]
Funktionsumfang[+][-][+][+][+][±][±][+][±][+][--][-]
Bedienung und Übersichtlichkeit[±][±][±][+][-][+][±][±][+][±][+][+]
Qualität Voice/Video[+]/[±][+]/-[+]/[±][+]/[++][+]/[±][+]/[+]-/--/--/-[+]/-5-/--/-

1 nur Kontaktlistendaten werden verschlüsselt

2 ältere Version mit eingeschränkter Funktionalität

3 Antwort kann an vom Anwender festgelegte Mobilrufnummer erfolgen

4 inoffizielles deutsches Sprachpaket auf www.trillian-messenger.de verfügbar

5 in der kostenpflichtigen Pro-Version (25 US-$) verfügbar

[++] sehr gut [+] gut [±] zufriedenstellend [-] schlecht [--] sehr schlecht + vorhanden - nicht vorhanden k. A. keine Angabe