Aus eins mach zwei
Hobbyhandwerker können Gipskartonplatten als Zwischenwände nutzen, um große Zimmer zu unterteilen
Um aus einem großen Zimmer zwei Räume zu machen, muss keine Wand aus Stein hochgezogen werden. Schneller geht das mit Gipskartonplatten. Und das Material braucht keine langen Trockenzeiten.
Von dpa-Mitarbeiterin Stephanie Hoenig
Bottrop. Es scheint ein Luxusproblem zu sein, aber manchmal sind große Zimmer einfach zu groß, zum Beispiel wenn sich Nachwuchs ankündigt und ein zweites Kinderzimmer nötig wird. Oder wenn ein Arbeitszimmer vom Wohnzimmer abgetrennt werden soll – oder das stille Örtchen vom restlichen Badezimmer. Dafür muss kein Mauerer kommen, der Stein auf Stein eine Trennwand hochzieht. Mit Leichtbauwänden kann das der Heimwerker selbst erledigen.
Leichtbauwände bestehen aus einem Ständerwerk, das mit einer Dämmung und Platten geschlossen wird. Die Platten gibt es in verschiedenen Materialien. „Zu den am häufigsten verwendeten Produkten zählen die traditionelle Gipskartonplatte und die Gipsfaserplatte“, sagt Robert Raschke, Maurer aus Bottrop und Trainer bei der Kölner Heimwerkerschule DIY-Academy. In Feuchträume wie das Badezimmer sollten imprägnierte Gipskartonplatten kommen. Die Zwischenräume werden meist mit Dämmmatten ausgefüllt. Architekt Thomas Drexel aus Augsburg rät, auf den bestmöglichen Schallschutz zu achten.
Die Platten befestigt der Heimwerker auf der Holz- oder Metallunterkonstruktion, dem Skelett der Wand. Drexel empfiehlt, wegen des hohen Energieaufwands bei der Aluminiumherstellung möglichst Ständer aus Holz zu verbauen. „Ob sich der Bauherr für ein Ständerwerk aus Metallprofilen oder aus Holzlatten entscheidet, ist eher eine Geschmackssache“, sagt dagegen Maurer Raschke. Die Montage beider Materialien verlaufe ähnlich. Welches System der Heimwerker auch wählt, er sollte alle Materialien wie Platten und Schrauben darauf abgestimmt besorgen. Viele Hersteller bieten Kollektionen an, in denen alles zueinander passt – inklusive des Schneidewerkzeugs für die Platten.
Die Maße der geplanten Wand zeichnet man mit einem Bleistift auf dem Boden vor, erklärt Raschke. Werden Metallständer verwendet, sollte an die Kontaktflächen zum Boden, zur Decke und den Wänden zur Schallisolierung ein Schaumstoffklebeband kommen. Darauf wird der Rahmen aufgebaut und verschraubt. Die DIY-Academy empfiehlt, erst eine Seite der Platten anzubringen und dann die Dämmplatten in den künftigen Zwischenraum zu legen. Leitungen für Steckdosen werden laut Raschke ebenfalls in dem Zwischenraum verlegt, sobald die erste Wandseite steht. Die Löcher für die geplanten Steckdosen müssen vorher in das Material geschnitten werden. Schrauben halten die Platten auf dem Rahmen. Der Heimwerker sollte die zweite Plattenreihe eine halbe Plattenlänge versetzt zur ersten anbringen. So entstehen keine Fugen, die sich kreuzen. Damit wäre die Wand weniger stabil, erläutert Raschke.
Sind beide Seiten montiert, kommt Spachtelmasse in die Fugen. Dafür sei am besten ein Fugenfüller mit Kunststofffasern geeignet, rät der Experte. Die Fasern verhindern, dass sich in den Fugen später Risse bilden.
Auf die Seiten können auch zwei Schichten Platten geschraubt werden, sagt Raschke. Die Wand werde dadurch stabiler und auch schalldichter. Sind die Wände verspachtelt und die Fugen glatt geschliffen, kann tapeziert werden. Der Untergrund sollte mit Tapetenwechselgrund vorbereitet werden, sagt Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten-Institut in Düsseldorf. Dieses Mittel helfe, alte Tapeten leichter abzuziehen. Aber es schütze auch Gipskartonplatten.
Bildunterschrift
In die Fugen der Trockenwand kommt Füllmaterial, das zum Beispiel Kunststofffasern enthält.Foto: dpa