Von: Finanztip Newsletter Datum: 09.09.2016 12:47 Im Fokus: Aktien-Indexfonds WIE ANLEGER DEN PASSENDEN ETF FINDEN Wer sich für sein Erspartes langfristig ein wenig mehr Rendite als 1 oder 2 Prozent pro Jahr wünscht, kommt am Aktienmarkt nicht vorbei. Die beste Möglichkeit, sich am Marktgeschehen zu beteiligen, sind Aktien-Indexfonds, sogenannte ETFs. Mittlerweile gibt es für alle gängigen Aktienindizes der Welt passende ETFs. Allein über das elektronische Handelssystem Xetra an der Frankfurter Börse werden über 1.000 dieser Fonds angeboten. Wie also den richtigen finden? Kriterien für die ETF-Auswahl Zuerst müssen sich Anleger entscheiden, an welchem Aktienmarkt sie sich beteiligen wollen. Grundsätzlich gilt bei Aktien, Beteiligungen möglichst breit über Länder und Branchen zu streuen. So gleichen sich Kursschwankungen schneller aus – und die Ausschläge sind geringer. Die besten ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World haben wir im August 2016 neu getestet. Sieben ETFs können wir empfehlen. Wer sich lieber auf europäische Aktien-ETFs konzentrieren will, kann beispielsweise in den Stoxx 600 oder den MSCI Europe investieren. Überlegen Sie dann, ob Sie jedes Jahr Dividenden auf Ihr Konto gutgeschrieben haben möchten. Vielleicht brauchen Sie das Geld für regelmäßige Ausgaben. Dann kommt ein sogenannter ausschüttender ETF in Frage. Wer stärker auf Wertsteigerung baut, wählt einen wiederanlegenden (thesaurierenden) ETF. Er schreibt die Dividenden dem Fondsvermögen gut, legt das Geld also automatisch wieder an. Viele Anleger fühlen sich wohler, wenn sie wissen, dass der ETF die Original-Indexaktien eingekauft hat. Diese nennt man physische ETFs. iShares und db x-trackers haben solche Papiere im Programm. Es gibt aber auch ETF-Anbieter wie Comstage*, die sogenannte synthetische ETFs im Programm haben. Ein Anbieter eines synthetischen ETFs lässt sich über ein Tauschgeschäft mit einer Bank die Wertentwicklung des Index zusichern. Im Aktienkorb des Fonds sind also nicht die Index-Aktien selbst hinterlegt, sondern meist andere Anteilsscheine an großen Unternehmen. Beide ETF-Typen haben mit Blick auf ihre Bauart ein geringes Risiko. Welchen ETF Sie wählen, ist daher Geschmackssache. Es lohnt sich auch nachzusehen, welchen ETF Ihre Onlinebank oder Ihr Broker gerade günstig anbietet. Steuer ist ab 2018 kein Kriterium mehr Anleger, die in einen physisch wiederanlegenden ETF investiert haben, der im Ausland aufgelegt ist, kennen das Problem: Sie müssen die einbehaltenen Dividenden versteuern. Das bedeutet, sie müssen eine Steuererklärung machen und darin die genauen Erträge nachweisen. Wenn sie nicht lückenlos nachweisen können, jedes Jahr Abgeltungssteuer bezahlt zu haben, müssen sie diese beim Verkauf sogar noch einmal berappen. Anleger, die in synthetische ETFs investiert haben, profitieren dagegen davon, erst bei Verkauf ihrer Fondsanteile Steuern zahlen zu müssen. Ab 2018 ändert sich das. Dann tritt eine Reform des Investmentsteuergesetzes in Kraft. Bei physisch wiederanlegenden Fonds wird zukünftig die Abgeltungssteuer automatisch einbehalten aber nur, sofern Anleger ihren Freibetrag ausgeschöpft haben – nämlich 801 Euro für Kapitalerträge. Auch bei synthetischen ETFs ändert sich etwas: Sie werden ab 2018 – genauso wie physische ETFs – jährlich besteuert