Eigentlich sollte das Service Pack 1 für Windows XP Software-Piraten das Leben noch ein wenig schwerer machen. Doch nun spendiert ausgerechnet Microsoft selbst ein Skript, das das Einspielen des Service Pack 1 auf geklauten XP-Versionen erleichtert.
Wer bei der Installation von Windows XP einen Schlüssel verwendet hat, der bei Microsoft auf der schwarzen Liste steht, muss vor dem Einspielen des Service Pack 1 erst einmal einen neuen Schlüssel in das System fummeln [1]. Das gilt nicht nur für Raubkopierer, sondern auch für Kunden, die eine Lizenz legal erworben haben und deren Schlüssel auf welchem Wege auch immer ins Internet und damit in die schwarze Liste gelangten.
Damit diese Kunden trotzdem ohne allzu großen Aufwand das ihnen zustehende Service Pack installieren können, stellt Microsoft für sie ein Skript bereit, das den raschen Austausch des Schlüssels erlaubt. Zu finden ist das Skript in Microsofts englischsprachiger Knowledge-Base [2] in einem Artikel mit der Nummer Q328874. Mit einer selbst geschriebenen Batch-Datei lässt es sich gleich so aufrufen, dass der Batch den neuen Schlüssel übergibt - die lästige Eingabe von Hand entfällt. Man benötigt also lediglich noch einen neuen Schlüssel, um mit diesen beiden Dateien sehr rasant und ohne lästige Neustarts reihenweise XP-Installationen für das Update vorzubereiten - legale oder illegale.
Die Möglichkeit, per `Slipstreaming´ das Service Pack in eine selbst gebackene XP-Setup-CD einzubauen [3], eröffnet übrigens noch eine weitere Variante, vor dem Einspielen des Updates einen `verbrannten´ Schlüssel auszutauschen. Dazu ruft man unter XP von dieser CD aus dem Ordner \i386 das Programm Winnt32.msi auf. Das fordert zur Eingabe eines neuen Schlüssels auf und spielt anschließend ohne weitere Nachfrage im Rahmen einer Reparatur-Installation [4] das Service Pack ein. Dieses Verfahren ist zwar radikaler als das herkömmliche Einspielen des Updates, da es auch reichlich Systemkomponenten erneuert, die sonst unangetastet blieben - installierte Anwendungen und persönliche Daten bleiben jedoch unberührt -, wer sich jedoch auf Grund konkreter Probleme mit seinem XP Besserung durch das Service Pack erhofft, könnte so sogar besser bedient sein als auf dem herkömmlichen Weg. (axv)
[1] Peter Siering, Re-Aktivierung, Service Pack 1 verschärft Windows-XP-Meldepflicht, c't 19/02, S. 26
[2] Microsofts Knowledge Base: http://support.microsoft.com/default.aspx?de
[3] Peter Siering, Windows XP freizügig, Windows XP: OEM-Versionen ohne Hardware-Fesseln, c't 20/02, S. 212
[4] Axel Vahldiek, Umzug mit Tücken, Windows 2000 und XP auf einen anderen PC retten, c't 18/02, S. 206