Internetverbindungsfreigabe unter Windows9x Rechnern (ICS= "Internet connection sharing")

[von Gerold Görke (geroldgoerke@yahoo.com)]


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Internetzugang unter Windows für mehrere Rechner im Heimnetzwerk zu ermöglichen. Im Folgenden wird jedoch nur auf die mit Windows ab Version 98 SE mitgelieferte ICS eingegangen. Wer andere Möglichkeiten (Wingate, Jana server oder ähnliches) verwendet, bekommt auf den Webseiten der jeweiligen Hersteller meist genug Support.

Voraussetzung zur Nutzung der ICS unter Windows sind zumindest 1.) ein Rechner mit Windows 98SE oder ME; 2.) ein funktionierender Internetzugang über das DFÜ - Netzwerk; und 3.) ein funktionierendes Heimnetzwerk mit installiertem TCP/IP - Netzwerkprotokoll. Der Rechner mit Internetzugang muß Windows 98SE oder ME als Betriebssystem verwenden, die Client-Rechner können auch Windows98 oder 95-Rechner sein.

Meine Vorgehensweise ist nicht ganz konform zu der in der Windows-Hilfe beschriebenen, 'sollte aber (eher) zum gewünschten Ergebnis führen.

Bevor das ICS installiert wird, stellen wir zunächst sicher, daß TCP/IP auf allen Rechnern im Heimnetzwerk installiert, und für diese Zwecke richtig konfiguriert ist.

Durch einen Rechtsklick mit der Maus auf die "Netzwerkumgebung" (welche als Verknüpfung auf dem Desktop liegt), und Wählen der "Eigenschaften" derselben, gelangen wir zur "Netzwerkkonfiguration". Hier sollte nun das TCP/IP-Protokoll aufgeführt sein.

Zu beachten ist, daß bei mehreren installierten Netzwerkadaptern dieses (das TCP/IP-Protokoll) auch mit Bindung an den für die ICS vorgesehenen Adaptern eingetragen ist. Sollte dem nicht so sein, gelangen wir über die Schaltflächen "Hinzufügen...", "Protokoll" , "Microsoft", "TCP/IP" zum Ziel. Desweiteren sollte der "Client für Microsoft Netzwerke" und, -sofern Ihr Dateien über das Heimnetzwerk austauschen möchtet, auch die "Datei- und Druckerfreigabe" installiert sein.

Dazu seht bitte noch die Sicherheitshinweise am Ende des Artikels. Die "Primäre Netzwerkanmeldung" sollte auf "Client für Microsoft-Netzwerke" eingestellt sein.

Im folgenden wird der Rechner mit dem Internetzugang als "Server" und die anderen Rechner im Heimnetzwerk als Client bezeichnet.

Einstellungen für die Client-Rechner

Wenn Ihr das TCP/IP Protokoll frisch installiert habt, könnt Ihr den nächsten Abschnitt überspringen, da die voreingestellten Werte für unsere Zwecke richtig sind. Wer das TCP/IP - Protokoll vorher schon genutzt hat, oder die Voreinstellungen geändert hat, sollte nun folgende Einstellungen vornehmen:

Über den schon beschriebenen Weg kommen wir zu den Einstellungen fürs Netzwerk. Dort wählen wir das "TCP/IP-Protokoll" mit Bindung an die Netzwerkkarte aus, und gelangen über die Schaltfläche "Eigenschaften" zu denselben.

Auf dem ersten Reiter "IP-Adresse" wählen wir nun "IP-Adresse automatisch beziehen". Auf dem Reiter "WINS - Konfiguration" wählen wir "DHCP für WINS-Auflösung verwenden". Auf dem Reiter "Gateway" überprüfen wir, daß kein Gateway eingetragen ist. Auf dem Reiter "DNS-Konfiguration" stellen wir sicher, daß "DNS deaktivieren" markiert ist. Auf dem Reiter "Erweitert" ist ein Häkchen vor "als Standardprotokoll definieren" zu setzen. "Bindung an ATM zulassen" sollte den Wert "Nein" haben. Auf dem Reiter "Bindungen" sollte "Client für Microsoft Netzwerke" und "Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke" markiert sein. (Siehe hierzu bitte noch die Sicherheitshinweise am Ende des Artikels.)

Nun bestätigen wir alle Dialogfenster mit "OK". Eventuell fordert Windows nun die Windows-Installations-CD an, kopiert einige Dateien und fordert zum Neustart auf.

Nach dem Neustart nehmen wir noch folgende Änderungen an den "Internetoptionen" (zu finden in der Systemsteuerung, oder durch Rechtsklick auf das IE- Symbol auf dem Desktop, und Auswählen der "Eigenschaften") vor: Auf dem Reiter "Verbindungen" unter den "Lan-Einstellungen" stellen wir sicher, daß "Keine Verbindung wählen" markiert ist (sollten diese Felder bei Euch nicht anzuwählen sein, so ist das in Ordnung und Ihr müßt dort nichts unternehmen). Unter den "LAN-Einstellungen" stellen wir sicher, das keine weiteren Optionen angewählt sind, also keine Häkchen gesetzt sind vor "Automatische Suche der Einstellungen", "Automatisches Konfigurationsskript verwenden" und "Proxyserver verwenden".

Wiederum bestätigen wir alle Dialogfenster mit "OK". Nun fahren wir die Client PCs herunter und schalten diese ab.

Einstellungen des Servers

(Bitte ändert nichts an den Voreinstellungen zum TCP/IP-Protokoll mit Bindung an den DFÜ-Adapter!)

Auf dem eingangs bereits beschriebenen Weg gelangen wir zu den Eigenschaften des TCP/IP - Protokolls mit Bindung an die Netzwerkkarte. Hier ändern wir lediglich auf dem Reiter "IP-Adresse" die Einstellung auf "IP-Adresse festlegen" und geben Folgende Adresse an: "IP-Adresse" - "192.168.0.1", "Subnetmask" -"255.255.255.0". Alle anderen Einstellungen belassen wir auf den Voreinstellungen. Wiederum bestätigen wir alles mit "OK" und starten den PC neu.

Nach dem Neustart stellen wir sicher, daß unter den "Internetoptionen" (zu finden wie in der Client - Einstellung beschrieben) auf dem Reiter "Verbindungen" eine DFÜ-Verbindung als "Standard-Verbindung" definiert ist, und desweiteren "immer Standardverbindung wählen" aktiviert ist. Außerdem solltet Ihr die Standardverbindung so konfiguriert haben, das diese hergestellt werden kann, ohne das eine Bestätigung oder gar Paßworteingabe nötig ist. Diese Einstellungen findet Ihr über die Schaltfläche "Einstellungen", "Erweitert" (hier könnt Ihr auch einstellen, nach welcher Leerlaufzeit die Verbindung wieder getrennt wird, etc.), bzw. in den Einstellungen der DFÜ-Verbindung im Ordner "DFÜ-Netzwerk".

Nun können wir uns an das Installieren der ICS machen.

Vorab: ICS (=Internetverbindungsfreigabe) wird NUR auf dem Server Installiert!

Solltet Ihr ICS vorher schon installiert haben, so deinstalliert es bitte zunächst wieder und startet den Rechner neu!

Über die "Systemsteuerung", "Software", Reiter "Windows-Setup", "Internetoptionen" (bei WindowsME unter "Verbindungen"), findet Ihr die "Internetverbindungsfreigabe". Wählt diese aus, und installiert sie, indem Ihr die Fenster mit "OK" bestätigt.

Der ICS-Assistent startet nun, hier braucht Ihr nur den Vorgaben zu folgen.

Überprüft aber dennoch, ob

1. der Assistent für den Internetzugang den "DFÜ-Adapter", und

2. Die Netzwerkkarte die Verbindung zum gewünschten Heim-Netzwerk (-falls mehr als eine Netzwerkkarte eingebaut ist) richtig ausgewählt hat.

Im Verlauf der Installation fordert der Assistent Euch auf, eine Diskette zur "Client Konfiguration" einzulegen. Diesen Schritt umgeht Ihr, indem Ihr zunächst mit "OK" bestätigt, und bei der Aufforderung eine Diskette einzulegen auf "Abbrechen" klickt. (Alternativ dazu könnt Ihr die Diskette auch erstellen lassen, und sie nicht benutzen, -die Einstellungen, die diese Diskette auf den Clients vornimmt, haben wir schon per Hand erledigt). Nach Beendigung des ICS-Assistenten startet den Rechner neu und stellt eine Verbindung zum Internet her. Startet euren Internet-Browser, um sicherzugehen, daß Ihr auch tatsächlich eine funktionierende Verbindung habt.

Während der Server also Verbindung zum Internet hat, schaltet Ihr die Client-PCs ein und fahrt diese hoch. Startet nun den Internet-Browser auf dem Client-PC und freut Euch über die gelungene Installation...

Abschließend noch ein paar Hinweise:

DHCP:

Mit der Installation von ICS wird auf dem Server zugleich ein DHCP-Server eingerichtet. Das funktioniert meiner Meinung nach auch sehr gut, kann aber vereinzelt Schwierigkeiten bereiten, vor allem, wenn unter den Client-Rechnern auch Windows95-Rechner sind.

In diesem Fall sollte man allen Client-Rechnern feste IPs vorgeben. (Wie das zu bewerkstelligen ist, ist unter der Serverkonfiguration beschrieben). Diese sollten dann fortlaufend auf jedem Client eingetragen werden. Beginnend mit der 192.168.0.2 auf dem ersten Client, der 192.168.0.3 auf dem nächsten usw. Die "Subnetmask" ist immer 255.255.255.0.

Unter "Gateway" wird nun die IP des Servers, also die 192.168.0.1 eingetragen. Unter "DNS-Konfiguration" markiert "DNS Aktivieren", tragt unter "Hosts" den Netzwerknamen des Client ein und fügt wiederum die 192.168.0.1 in der "Suchreihenfolge für DNS-Server" ein. Die anderen Punkte laßt unberührt.

Sicherheit:

Die "Datei und Druckerfreigabe", mit Bindung an das TCP/IP-Protokoll des DFÜ-Adapters, sollte auf dem Server IMHO immer deaktiviert werden. Die "Datei- und Druckerfreigabe", mit Bindung an das TCP/IP- Protokoll der Netzwerkkarten kann deaktiviert werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Zu beachten ist aber, daß nun kein Dateitransfer mehr über das TCP/IP-Protokoll möglich ist. Also entweder aktiviert lassen, oder zusätzlich NETBEUI oder IPX/SPX installieren.

Personal Firewall:

Ich bitte Euch, eine sogenannte "Personal Firewall" (Zone Alarm etc.) während der Installation und dem ersten Internet Zugang abgeschaltet zu lassen. Möchtet Ihr dann unbedingt diese Software einsetzen, müßt Ihr diese so konfigurieren, das euer Heimnetzwerk durch diese nicht behindert wird.

 

Es funktioniert nicht! -Troubleshooting:

Geht alle Schritte noch einmal durch, wichtig ist auch die richtige Reihenfolge!

Erst die Konfigurationen einstellen, dann ICS installieren!

-Oft hilft es, auf dem Server die ICS zu deinstallieren, -und sie dann wieder zu installieren. Beim ersten Hochfahren der Clients sollte der Server mit dem Internet verbunden sein.

Überprüft mit "winipcfg" ob der Client eine IP-Adresse zugewiesen bekommen hat, diese muß im IP - Bereich 192.168.0.x liegen. Falls nicht, probiert die unter dem Punkt DHCP beschriebene Vorgehensweise. Die Vergabe der IP-Adresse 192.168.0.1 für den Server ist zwingend (ICS setzt dies voraus).

 


Selbstverständlich übernehme ich keine Verantwortung für irgendwelche Schäden, die durch das Befolgen der Anleitung entstehen (Netzwerkausfälle, etc.). Auch garantiere ich nicht, daß auf allen Rechnern, unter allen Konfigurationen ICS durch meine Anleitung auch tatsächlich läuft. Wer etwas zu ergänzen hat, kann dies gerne tun.

Diese Anleitung habe ich unter Verwendung der in der Hilfe zu WindowsME enthaltenen Informationen, durch persönliche Erfahrungswerte und durch Mitlesen der Beiträge in verschiedenen Newsgroups erstellt.

Gerold Görke (geroldgoerke@yahoo.com)