Läuft der neue Rechner wirklich optimal rund? Das lässt sich mit einfachen Mitteln überprüfen. Ein wenig mehr Geschick und Know-how sind nötig, um Hardware-Probleme zu lösen.
Unterthema: Richtig meckern
Unterthema: `Sichere´ Standardeinstellungen für das RAM
Unterthema: Spannungstoleranzen des ATX-Netzteils
Ganz gleich, ob man einen neuen PC von der Stange gekauft, sich seinen Traumrechner selbst zusammengeschraubt oder einen alt gedienten Recken mit neuen Komponenten aufpoliert hat: Immer steht die Frage im Raum, ob das gute Stück auch das leistet, was man erwartet. Bevor Sie langwierige Software-Installationen und die Einstellung der zahllosen Konfigurationsdetails von der Farbtiefe der Grafikkarte bis zur Einrichtung des Internet-Zugangs absolvieren, sollten Sie die Computer-Hardware auf Herz und Nieren prüfen.
Das gilt vor allem nach dem Kauf eines Komplettsystems. Sind überhaupt alle der beworbenen Markenkomponenten eingebaut? Tönt der Rundum-Klang auch von hinten? Läuft die Festplatte wirklich im Ultra-ATA/133-Modus? Röhrt der Rechner unter Volllast nicht viel zu laut? Vor allem, ob das System stabil und schnell läuft, lässt sich zuverlässig nur unmittelbar nach dem Kauf klären, wenn noch nicht zig neu aufgespielte Anwendungen oder Konfigurationstricks an der Systemstabilität nagen.
Auch wenn Sie einige der möglicherweise teuer bezahlten Funktionen erst Monate später zu nutzen gedenken, ist es klug, diese so schnell wie möglich zu prüfen. Denn Stolperfallen gibts genug: Die Video-Wiedergabe per TV-Out harmoniert nicht mit dem Fernseher, die SCSI-Adapterkarte des eigentlich noch ausreichenden Scanner-Methusalems läuft nicht im OEM-Mainboard.
Erst recht, wenn man sein System oder Komponenten im Versandhandel erworben hat, lohnt sich die schnelle Prüfung, weil sich auf diesem Wege gekaufte Waren innerhalb von 14 Tagen stressfrei und ohne Angabe von Gründen zurückgeben lassen. Doch auch die Reklamation im Laden fällt leichter, solange der PC noch nahe am Auslieferungszustand liegt - andernfalls könnte der Händler versucht sein, den schwarzen Peter bei anderen Programmen und Komponenten los zu werden.
Mit einfachen Bordmitteln und wenigen Programmen aus dem Internet lässt sich ein Windows-XP-PC recht umfassend auf Funktion, Stabilität und Geschwindigkeit prüfen. Wenn die Do-it-yourself-Umrüstung gescheitert ist, helfen Hinweise zur Fehlersuche und -behebung weiter.
Ab Seite 110 geht es um den reibungslosen Umzug vom alten Windows-PC auf den neuen. Der Artikel ab Seite 112 erklärt, wie man Windows so geschickt einrichtet, dass Hardware-Havarien ihren Schrecken verlieren und auch risikoreiche Software-Experimente keine nachteiligen Spuren hinterlassen. Auf Seite 118 folgen Tipps zur Einrichtung und Problemlösung von PC-Netzwerken per Draht und Funk.
Die PISA-Studie sagt es deutlich: Lesen ist der Schlüssel zum Verständnis. Und Lesen ist auch die erste Pflicht vor allen Arbeiten am PC. Erst wenn Sie zumindest die Installationsanweisung verstanden haben, sollten Sie mit der Arbeit beginnen. Spätestens, wenn Unklarheiten oder Probleme auftreten, ist die Lektüre sämtlicher vom Hersteller mitgelieferten Anweisungen angesagt. Ein deutschsprachiges Handbuch gehört hierzulande eigentlich zur Pflichtausstattung - wenn es fehlt, kann das schon ein Reklamationsgrund sein. Allerdings kommen viele Dokumente heute in digitaler Form, entweder auf CD-ROM oder auf der Festplatte abgespeichert.
Sofern man selbst Veränderungen an der Hardware vornimmt und erst recht, wenn Fehler auftreten, sollte man die gedruckten Manuals um eigene Notizen ergänzen. Arbeitet der nagelneue Rechner nicht wie erwartet, schreiben Sie alle festgestellten Gerätemacken penibel samt Datum und Uhrzeit auf. Damit stärken Sie ihre Position bei Reklamationen und erleichtern sich selbst die Fehlersuche.
Ist alles glatt gelaufen und der erste Windows-Start vollbracht, kann man sich einen Überblick über die Systemkonfiguration verschaffen. Dazu stehen unter Windows XP zahlreiche Bordmittel bereit. Der erste Weg führt zum Geräte-Manager, der sich in der Systemsteuerung unter System versteckt und dort wiederum auf der Registerkarte Hardware. Hier dürfen keine gelben Frage- oder Ausrufezeichen zu finden sein, die auf fehlerhafte oder nicht installierte Treiber hindeuten.
Windows XP bringt für viele Geräte und Systemkomponenten zwar eigene Treiber mit, doch oft nutzen diese Standard-Versionen nicht alle Funktionen der Hardware oder nicht mit voller Leistung. Daher sind für viele Komponenten spezielle Treiber des Herstellers nötig. Manchmal führen Experimente mit verschiedenen Treiber-Versionen aus dem Internet zum Erfolg, wobei die von Microsoft zertifizierten (WHQL-)Treiber die beste Software-Kompatibilität versprechen.
Ein mächtiges Werkzeug zur Analyse eines Windows-Rechners ist das Programm Systeminformationen (msinfo32.exe), welches im Startmenü unter Zubehör/Systemprogramme steht. Es liefert (unter Komponenten) genaue Versionsinformationen zu den installierten Treibern und erleichtert es, deren Aktualität zu prüfen.
Systeminformationen startet im Menü Extras weitere Diagnosetools, darunter Basis-Tests für Netzwerk und die Direct-X-Komponenten (dxdiag.exe). Nicht nur Spiele benötigen eine voll funktionsfähige DirectX-Installation, sondern auch Multimedia-Anwendungen wie Software-DVD-Decoder. Wenn hier Probleme auftreten, lassen sie sich vielfach durch Treiber-Updates beseitigen.
Essenziell für eine optimale Arbeitsgeschwindigkeit des Rechners ist der Betrieb von Festplatten und optischen Laufwerken im (Ultra-)DMA-Modus. Manches ältere CD-ROM-Laufwerk kennt zwar nur die PIO-Modi, die für hohe Prozessorbelastung sorgen und diesen damit ausbremsen. Doch aktuelle optische Laufwerke können mindestens Multiword-DMA. Oft verrät der Geräte-Manager (unter IDE ATA/ATAPI Controller) den aktuellen Betriebsmodus der angeschlossenen IDE-Laufwerke, doch manche Chipsatztreiber bringen eigene Konfigurationswerkzeuge mit. Intels Application Accelerator (siehe Soft-Link), der auf jedem Pentium-4-PC mit Intel-Chipsatz installiert sein sollte, bietet darüber hinaus sogar Einstellmöglichkeiten für das Akustik-Management der Festplatten.
Wenn ein Laufwerk nicht im erwarteten (und vom Laufwerkshersteller versprochenen) DMA-Modus läuft, lohnt eine Kontrolle der Kabelverbindungen und ein Blick ins BIOS-Setup (dazu später mehr). EIDE-Kabel dürfen nicht länger als 45 Zentimeter sein und müssen für den Betrieb ab dem Ultra-ATA/66-Modus (UDMA-4) 80 Adern haben.
Viel tiefer gehende Hardware-Diagnose- und Informationsmöglichkeiten als die erwähnten Programme bringt Windows XP nicht mit. Mancher Hersteller liefert eigene Diagnosetools für seine Komponenten, auch bei Software-Paketen wie DVD-Decodern und CD-Brennprogrammen sind häufig Testfunktionen eingebaut.
Wer seinem Rechner genauer auf den Zahn fühlen möchte, kann dazu Werkzeuge aus dem Internet herunterladen. Eine grobe Einordnung der 3D-Leistung und der Arbeitsgeschwindigkeit bei Office- und Internet-Anwendungen ermöglichen die Benchmarks 3DMark2001 SE und PCMark 2002 von MadOnion (siehe Soft-Link). Der 3DMark2001 SE eignet sich allerdings mit seinem Umfang von gut 40 MByte eher für Leute mit DSL-Anschluss.
Nachdem die Benchmarks mit Standardeinstellungen gelaufen sind, kann man mit dem `Online Result Browser´ und nach einer Anmeldung auf der MadOnion-Webseite die Ergebnisse des eigenen Systems mit anderen vergleichen. Zu genau sollte man dabei nicht sein - einige hundert Punkte Abweichung treten schon bei minimalen Änderungen der Konfiguration und der Treiber auf. Erst grobe Abweichungen von über 20 Prozent rechtfertigen eine längere Suche nach den Gründen dafür.
Dabei hilft zusätzliche Systeminfo-Software (siehe Soft-Link). Wichtig ist dabei, immer nur mit ganz aktuellen Versionen zu arbeiten; veraltete Programme liefern falsche Ergebnisse, wenn sie neue Hardware-Komponenten nicht erkennen.
Sofern das eingebaute Board Mess-Funktionen für Temperaturen und Versorgungsspannungen mitbringt, sind die Hardware-Monitoring-Programme der Mainboard-Hersteller sehr nützlich. Zwar darf man den angezeigten Messwerten nicht hundertprozentig vertrauen, denn diese sind oft recht ungenau. Doch meist reicht die Präzision zur Kontrolle der Prozessortemperatur und der Netzteilspannungen bei hoher Prozessorlast.
Dazu startet man bei laufender Monitoring-Software möglichst leistungshungrige Programme. So eignet sich etwa der in Windows XP eingebaute `Taschen´-Rechner (calc.exe) gut zur Auslastung des Prozessors für einige Minuten: Dazu lässt man ihn die Fakultät (n!) einer fünfstelligen Zahl berechnen. Im Windows Task-Manager (zu öffnen über die Tastenkombination Strg+Umschalt+Esc oder Rechtsklick auf den Infobereich) sollte die CPU-Auslastung dann auf 100 Prozent hochschnellen.
Der Task-Manager zeigt allerdings nicht wirklich genau, wie stark die Prozessor-Recheneinheiten ausgelastet sind. Er springt nämlich auch dann auf volle Auslastung, wenn die CPU bloß auf Daten aus dem RAM wartet und deshalb keine anderen Befehle ausführt. Das bedeutet aber nicht, dass der Prozessor hohe elektrische Leistung zieht. Spezielle Lastsoftware wie Cpuburn eignet sich deshalb besser zur Stabilitätsprüfung von Netzteil und Kühlung. Letztere sollte man vor dem Start von Cpuburn genau kontrollieren, sonst drohen bleibende Hardware-Schäden.
Auch unter voller Prozessorlast müssen die vom Hardware-Monitoring gemeldeten Werte der Netzteil-Spannungsschienen innerhalb ihrer Toleranzbereiche bleiben (siehe Tabelle). Falls ein Spannungszweig stark absackt und gleichzeitig ein anderer seinen Toleranzbereich nach oben überschreitet, deutet dies auf eine Überlastung des Netzteils hin. Gibt es Zweifel an der Stabilität, sollte man die Onboard-Messung überprüfen, indem man die tatsächlichen Spannungswerte direkt am ATX-Main-Power-Stecker auf dem Mainboard mit einem Multimeter nachmisst.
Die Kernspannungsregler für aktuelle Pentium-4-Prozessoren senken unter hoher Rechenlast ihre Ausgangsspannung leicht ab. Allerdings ist Cpuburn nicht in der Lage, den Pentium-4-Kern voll auszulasten, wie das spezielle Auslastungs-Anzeigeprogramm PerfWatch (siehe Soft-Link) belegt.
Als vollwertiger Stabilitätstest eignet sich Cpuburn nicht. Übertaktete Systeme bereiten manchmal durch Datenfehler Schwierigkeiten, denen schwer auf die Schliche zu kommen ist. Zum Aufspüren von CPU-Rechenfehlern eignet sich das Primzahlen-Suchprogramm Prime95, das aber die Recheneinheiten eines Pentium 4 wiederum nur gering belastet. Dann empfiehlt sich der Einsatz von Cpuburn (in mehreren Instanzen) und Prime95 gleichzeitig.
Die Grafikkarte bleibt bei solchen Tests außen vor, obwohl sie bei voller Auslastung ebenfalls das Netzteil strapaziert und noch mehr Wärme ins Gehäuse pumpt. Für einen Dauertest bietet sich der Loop-Modus des 3DMark2001 an. Auf dem Nvidia-Server gibt es auch 3D-Demoprogramme für Grafikkarten, die diese stärker belasten und zahlreiche Beschleunigerfunktionen nutzen.
Ein sauber konfigurierter PC sollte die beschriebenen Software-Tests klaglos absolvieren. Erlaubt ist lediglich, dass der Rechner unter Dauerlast lauter wird: Geregelte Lüfter auf dem Prozessorkühler und im Netzteil drehen schneller, wenn die Gehäuse-Innentemperatur steigt. Zu einer guten Gerätekonfiguration gehört aber, dass die Lufttemperatur im PC auch unter Volllast nicht über 40 °C steigt. Da den Umgebungs-Temperaturfühlern der meisten Mainboards nicht zu trauen ist, sollte man die Lufttemperatur im PC mit einem möglichst genauen (Digital-)Thermometer nachmessen. Ein guter Messpunkt liegt wenige Zentimeter über der Lüfternabe des CPU-Kühlers.
Wer einen Komplettrechner neu gekauft hat, der bereits an diesen einfachen Tests scheitert oder auf dem sich weitere Software nicht installieren lässt, sollte umgehend reklamieren. Eigene Reparaturversuche gefährden mit etwas Pech die Gewährleistungsansprüche und laden den Händler dazu ein, seinem Kunden die Schuld am Geräteversagen in die Schuhe zu schieben.
Wenn man alle mitgelieferten Anleitungen, Installations- sowie Montageanweisungen vollständig verstanden und richtig befolgt hat, der neue Hausgenosse aber immer noch die Kooperation verweigert, hilft nur noch ein Anruf beim Händler. Erbitten Sie Hilfestellung und informieren Sie sich genau über die Bedingungen der Reklamation. Beachten Sie dabei die Tipps im Kasten auf Seite 105 und versuchen Sie in Ihrem eigenen Interesse, das Problem kooperativ zu lösen. Lassen Sie sich aber nicht vertrösten und achten Sie unbedingt auf Fristen.
Falls der neue PC oder die Komponenten per Post oder Lieferservice ins Haus gekommen sind, müssen Sie als Kunde besonders auf der Hut sein. Sofern Sie das Gerät per Internet oder telefonisch bestellt haben, greift das Fernabsatzgesetz, das Ihnen ein 14-tägiges Rückgaberecht einräumt. Für Transportschäden gelten noch kürzere Meldefristen, genauso wie für die Kontrolle der Vollständigkeit der Sendung. Ein genauer Abgleich von Lieferschein, Auftragsbestätigung und Rechnung unmittelbar nach der Anlieferung schützt vor späterem Ärger. Schäden an der Transportverpackung sollten Sie gleich den Kurier quittieren lassen; falls dieser auf stur schaltet, ist die Verweigerung der Annahme empfehlenswert.
Leider hat man nicht immer einen Händler an der Hand, den man bei Hardware-Problemen in die Pflicht nehmen kann. Bei Altgeräten nach Ablauf der Gewährleistungsfrist und bei selbst zusammengebauten oder aufgerüsteten Komplettrechnern darf man nur sehr eingeschränkt auf Hilfestellung des Verkäufers rechnen. Bevor man aber als Laie einen Reparaturversuch startet, der unter Umständen mehr schadet als nützt, sollte man sich bei lokalen Händlern und (Vor-Ort-)PC-Reparaturdiensten über deren Preise informieren: Ein Profi bringt Erfahrung mit und kommt manchmal schneller zum Ziel.
Wenn allerdings die Kosten in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen stehen (weil etwa das Gerät zu alt ist) oder wenn schlichtweg die nötigen Barmittel fehlen, hilft nur die Reparatur in Eigenregie. Doch zuvor sollte klar sein: Je weniger PC-Erfahrung man hat, umso größer müssen die eigene Geduld sein und die Bereitschaft, sich tief in die Materie einzuarbeiten. Und eine Funktionsgarantie gibt es am Ende nicht.
Zunächst informiert man sich so gut und genau wie möglich über die Komponenten des maroden Rechners und deren bereits bekannte Fehler. Voraussetzung ist hierbei penible Genauigkeit: Typen- und Revisionsbezeichnungen unterscheiden sich manchmal nur in einem einzigen Satzzeichen.
Ein zweiter, funktionsfähiger PC oder ein Notebook leisten gute Dienste bei der Fehlerbehebung: Er erstellt Startdisketten und eventuell ein Not-Backup der Festplatte des Patienten. Heute quasi unverzichtbar ist ein funktionsfähiger Internet-Zugang: Hier gibt es nicht nur zahlreiche Hilfsprogramme, die Informationen über die im PC eingebaute Hardware liefern. Das Web eignet sich außerdem als PC-Enzyklopädie: Suchmaschinen fördern gewaltige Informationsmengen zu Hard- und Software ans Licht, wenn man sie richtig bedient. Probieren Sie verschiedene Suchbegriffe und Wortkombinationen aus, achten Sie auf die Rechtschreibung. Geht es um Typennummern, so sollte man auch Teilkombinationen eingeben. Außer Google, Alltheweb oder Altavista liefern vor allem die per Google Groups zugänglichen Anwenderforen sehr viele Konfigurationstipps.
Ganz oben auf der Internet-Rechercheliste stehen die Webseiten der Hersteller, deren Hard- und Software in ihrem Computer Dienst tun. Windows-Anwendern liefert die Microsoft-Support-Datenbank [1] eine Fülle von Informationen, wobei man allerdings außer der deutschen auch die englischsprachige Abteilung beackern sollte. Auch bei vielen Hardwarefirmen sind die Websites im Ursprungsland besser gepflegt als die der deutschen Niederlassungen - BIOS-Updates etwa finden sich bei manchen Mainboard-Firmen nur auf dem taiwanischen Server.
Lässt sich der havarierte Rechner trotz aller guten Tipps aus dem Web nicht wieder flott machen, hilft nur eine gezielte Ursachenforschung. Nach dem Neubau eines PC oder nach Um- oder Aufrüstung gehören Probleme mit dem Prozessor und dessen Kühlung, der Stromversorgung des Mainboards und dem Arbeitsspeicher zu den häufigsten Hardware-Fehlerquellen. Tipps zu deren Behebung folgen später im Text.
Wenn der PC schon den Bootvorgang nicht richtig absolviert, baut man alle nicht unbedingt nötigen Komponenten aus. Ein Mainboard muss mit korrekt montiertem und gekühltem Prozessor, einer Mindestausstattung an Arbeitsspeicher, einer Grafikkarte sowie mit angeschlossenem Netzteil und PS/2-Tastatur starten, wenn es dazu den Befehl vom ATX-Einschalttaster bekommt.
Gelingt das nicht, steht die Prüfung aller Kabelverbindungen und Hardware-Konfigurationsmöglichkeiten auf dem Programm. Vor allem die Stellung sämtlicher DIP-Schalter und Steckbrücken (Jumper) auf der Hauptplatine ist geduldig zu analysieren und mit dem Handbuch zu vergleichen.
Bootet das Mainboard nach einer Aufrüstung mit neuem Prozessor oder zusätzlichen Speicherriegeln nicht mehr, tauscht man diese Komponenten wieder zurück und sucht nach einem BIOS-Update.
Wenn der Rechner nur sporadisch instabil läuft oder seine Macken erst bei geladenem Betriebssystem auftreten, lohnt ein Ausflug ins BIOS-Setup. Hier zeigt sich die enge Verzahnung von Hard- und Software.
Das Basic Input/Output System ist eine Art grundlegendes Betriebsprogramm. Es sorgt für den Systemstart und bringt die eingebauten Komponenten in einen definierten Zustand, bevor das eigentliche Betriebssystem mit seinen Treibern auf diese Zugreifen kann. Ohne die richtige Software, die die Mainboardfirmen auf Basis der BIOS-Kerne von Firmen wie AMI oder Phoenix/Award speziell für jede einzelne Platine auf Maß schneidern, geht im PC gar nichts.
Der BIOS-Code lagert bei Mainboards in einem Flash-EEPROM und lässt sich daher durch `Brennen´ auf den neuesten Stand bringen. Solche BIOS-Updates sind oft nötig, damit aktuelle Prozessoren auf älteren Mainboards laufen oder zur Beseitigung anderer Kompatibilitätsprobleme.
Manchmal hilft es aber schon, im BIOS-Setup die richtigen Optionen zu wählen; diese sollten im Mainboard- oder PC-Handbuch beschrieben sein. Komplettrechner haben nicht selten ein abgespecktes (OEM-)BIOS, das deutlich weniger Einstellmöglichkeiten bietet als das BIOS von Mainboards für den Einzelhandel.
Das BIOS-Setup ruft man beim Systemstart meist durch Drücken der Taste `Entf´ (`Del´) oder der Funktionstaste `F2´ auf. Ohne einen Blick ins Handbuch sollte man nur Optionen verstellen, deren Bedeutung man genau verstanden hat. Meist ist die `Auto´-Einstellung die beste Wahl. Die per BIOS-Setup vom Anwender geänderten Einstellungen merkt sich das BIOS in einem dafür vorgesehenen Speicherbereich der batteriegepufferten Echtzeituhr (RTC) namens CMOS oder NVRAM.
Jedes BIOS bringt einen Satz von Standardeinstellungen mit, die `Setup Defaults´ oder `Safe Settings´. Dieser Parametersatz ist für möglichst weitgehende Kompatibilität ausgelegt und schaltet die meisten Hardware-Baugruppen in ihren jeweils langsamsten Betriebsmodus. Dadurch eignen sich die `Setup Defaults´ gut für Diagnosezwecke, können aber aus einem High-End-PC eine lahme Kröte machen. Bei Komplettrechnern mit Spezial-BIOS sieht das etwas anders aus: Hierbei darf man hoffen, dass der Hersteller einen sowohl stabilen als auch flotten Einstellungssatz für die von ihm ausgewählten Komponenten ausgewählt hat. Das BIOS-Setup von Retail-Mainboards bietet häufig noch weitere Parameter-Vorgaben an, etwa die `Optimized Defaults´ oder `Turbo Settings´, die auf höhere Arbeitsgeschwindigkeit zielen.
PC-Probleme wie falsche Frequenzeinstellungen für Hauptprozessor und Speicher sollten nach dem Laden der `Setup Defaults´ verschwinden; sofern der PC noch bootet, weist man das BIOS meist auf der letzten Menüseite des Setup-Programms zum Laden dieser Werte an. Anschließend schreibt die Option `Save to CMOS and Exit´ diese Werte in das NVRAM und leitet einen Neustart ein.
Falls ein Rechner nicht mehr booten will, lässt sich das Laden der BIOS-Standardwerte durch das Löschen des NVRAM erzwingen. Das erledigt man durch kurzzeitiges Umsetzen eines speziellen Jumpers (meist namens Clear_CMOS oder CMOS_CLR) bei ausgestecktem Netzteil oder den Ausbau der Pufferbatterie für einige Stunden. Beim nächsten Systemstart lädt das BIOS die vom Hersteller definierten Default-Werte, mit denen das Mainboard auch unter widrigen Bedingungen hochkommen sollte. Einige Boardfirmen empfehlen ein CMOS-Clear generell nach dem BIOS-Update.
Ein solches Update sollte man nur dann durchführen, wenn der PC wenigstens mit einem von Diskette gebooteten DOS (oder auch dem Linux von der Software-CD zu c't 13/02) stabil läuft. Denn wenn der Rechner während des BIOS-Updates abstürzt, muss man oft den Flash-Baustein ausbauen und extern brennen lassen. Das zweite große Risiko beim BIOS-Update besteht darin, versehentlich den falschen BIOS-Code in den Flash-Baustein zu schreiben. Daher sollte man vor einem BIOS-Update mehrfach prüfen, ob die von der Webseite des PC- oder Mainboard-Herstellers heruntergeladene Datei und das Brennprogramm tatsächlich für die vorhandene Platine gedacht sind.
Der eigentliche Update-Vorgang ist schnell erledigt. Viele Hersteller bieten bereits `Live-BIOS-Updates´ an, die unter Windows alles Nötige veranlassen und im Zuge eines Neustarts auch gleich den Brennvorgang erledigen. Vorsichtige Naturen misstrauen diesen Werkzeugen und setzen auf ein Flash-Tool, das man von einer DOS-Bootdiskette startet. Eine solche erstellt auch Windows XP auf Wunsch, anschließend kopiert man das Flash-Tool (etwa awdflash für Award-BIOSse) auf die Diskette. Eine gute Alternative sind die in manchem BIOS integrierten Flash-Utilities; auch sie setzen voraus, dass die (entpackte) Update-Datei auf einer Diskette vorliegt.
Manchmal scheitert das Update daran, dass ein Schreibschutz-Jumper oder eine Option im BIOS-Setup genau dies verbietet - also vorher umstellen. Dann geht es entweder mit dem Booten von Diskette weiter oder mit dem direkten Aufruf des Flash-Programms, wenn dieses im BIOS eingebaut ist. Anschließend tippt man auf Anforderung den Namen der gewünschten Update-Datei ein (vorher notieren). Zur Sicherheit bieten die meisten Flash-Progrämmchen an, ein Backup des ursprünglichen BIOS-Codes auf die Diskette zu schreiben.
Nach Abschluss des Brennvorgangs ist ein Neustart des Systems nötig. Anschließend fährt man den PC ganz herunter und trennt ihn vom Netz, löscht das NVRAM und bootet erneut. Jetzt kann man im BIOS-Setup eigene Einstellungen vornehmen. Bei aktuellen Mainboards sollte man vor einer Windows-Installation kontrollieren, ob die Festplatte richtig erkannt wurde und die Optionen für den ACPI-S3-Modus, den APIC-Modus und - sofern man bereits einen Pentium 4 mit Hyper-Threading und Windows XP einsetzt - auch das Hyper-Threading einschalten.
Falls man Pech hatte und beim BIOS-Update etwas schief gelaufen ist, muss man nicht immer gleich den Hersteller oder eine der einschlägigen BIOS-Reparaturfirmen zu Hilfe rufen. Die BIOS-Kerne von AMI und Phoenix bringen einen Rettungsanker mit, manchmal lässt sich auch ein Award-BIOS retten.
Bei Boards mit AMI-BIOS benennt man die Update-Datei auf der Diskette auf den Namen AMIBOOT.ROM um. Bei eingelegter Diskette startet man dann den Rechner und hält die Tasten `Strg´ (`Ctrl´) und `Pos 1´ (`Home´) fest, bis der Lesevorgang von Diskette beginnt. Ist der Systemlautsprecher angeschlossen, so hört man nach einer Weile vier Pieptöne und darf dann den Rechner wieder ausschalten. Anschließend sollte die Welt wieder in Ordnung sein.
Das Award-BIOS spricht manchmal auch in `zerschossenem´ Zustand noch das Diskettenlaufwerk an. Dann kopiert man das korrekte BIOS-Update (Beispiel: Datei 1004a.bin) und das Flash-Programm auf eine DOS-Startdiskette und schreibt eine Datei autoexec.bat mit nur einer Zeile Inhalt: awdflash.exe 1004a.bin /py /sn. Falls der PC noch booten kann, brennt er dann (hoffentlich) diese BIOS-Datei ohne Rückfrage ins Flash-EEPROM.
Viele Mainboards von Intel und Fujitsu-Siemens haben einen BIOS-Recovery-Jumper und laden im Notbetrieb ein BIOS-Update von einer Diskette; die genaue Beschreibung dieses Vorgangs liefert das Handbuch.
Der Prozessor-Austausch ist eigentlich keine große Sache: Kauft man eine Original-Boxed-Ausführung von AMD oder Intel, findet man außer der CPU selbst eine Installationsanweisung und einen passenden Kühler im Karton.
Moderne Prozessoren teilen dem Mainboard einige Informationen zur automatischen Systemkonfiguration mit. Daher sind oftmals keine Einstellungen für den Prozessor mehr nötig: Die Kernspannung und die FSB-Taktfrequenz stimmen automatisch, der Multiplikator ist ohnehin fest programmiert. Die Kehrseite der Medaille ist, dass das BIOS den eingesteckten Prozessor korrekt erkennen muss, um alles richtig einzustellen. Die meisten Mainboardfirmen stellen ausführliche Kompatibilitätslisten auf ihre Webseiten, die genau erklären, welche Platinenrevision und welches BIOS für einen konkreten CPU-Typ nötig ist. Manchmal empfiehlt sich schon für ein nagelneues Mainboard ein BIOS-Update.
Ist diese Hürde gemeistert, kann der runde Prozessorlauf eigentlich nur noch aus zwei Gründen scheitern: Entweder er bekommt keine stabile Kernspannung, weil das ATX-Netzteil oder der Onboard-Spannungsregler überlastet sind. Oder die Kühlung funktioniert nicht richtig. Dann kann die CPU innerhalb weniger Sekunden durchschmoren.
Aktuelle Prozessoren neigen wegen ihrer enormen Leistungsaufnahme und der winzigen Halbleiterstrukturen besonders zu lokal begrenzten Überhitzungen, den so genannten Hotspots. Intels Pentium 4 ist in dieser Hinsicht deutlich weniger empfindlich als die Athlons von AMD, denn Intel hat seinem Flaggschiff einen so genannten Heat Spreader, also einen Blechdeckel spendiert. Dieser schützt auch das empfindliche Siliziummaterial bei der Montage des Kühlers, sodass dabei keine besondere Vorsicht nötig ist - außer natürlich, den Prozessor richtig herum einzusetzen und seine empfindlichen Beinchen nicht zu berühren.
Beim Athlon mit seiner spröden Siliziumoberfläche ist die Kühlermontage eine heikle Angelegenheit, deren Scheitern viele Händler-Kunden-Beziehungen zerrüttet hat und auf dutzenden von Webseiten diskutiert wird. Wenn man einen Boxed-Prozessor samt Kühler von AMD kauft und die Anleitung im Internet [2] genau befolgt, geht aber meist nichts schief. Wichtig ist es, den Kühler bei noch nicht eingebautem Mainboard zu montieren: Nur so kann man den korrekten Sitz überprüfen und muss nicht ohne Sichtkontrolle hantieren.
Einige AMD-Kunden haben ihren Prozessor übrigens dadurch zerstört, dass sie den Kühler falsch herum aufsetzten: Die Stufe in der Bodenplatte muss zu Verriegelungsseite des Sockels zeigen. Auch die richtige Applikation der Wärmeleitpaste ist wichtig, sofern nicht ohnehin ein Pad auf dem Kühlerboden pappt: Beim Athlon darf es nur ein kleiner Klecks Wärmeleitpaste sein, den man nicht mit den Fingern verteilt, sondern den der Druck der Kühler-Halteklammer zu einem hauchdünnen Film presst.
Zur Montage setzt man den Kühler vorsichtig und ganz plan auf den Prozessor und die vier Gummipuffer auf. Anschließend schiebt man, und zwar ohne am Kühler zu wackeln, zuerst die Halteklammer über die Befestigungsnase am CPU-Sockel, die der Verrieglungsseite gegenüber liegt. Zuletzt hebelt man die zweite Seite der Halteklammer über zugehörige Haltenase - oder mehrere Haltenasen, je nach Ausführung der Klammern.
Im Unterschied zum Athlon verträgt der Pentium 4 durchaus einen ordentlichen Klecks Paste, es sollte sich auch hier bei vollem Anpressdruck eine gleichmäßig dünne Schicht zwischen Kühlerboden und Prozessordeckel ausbilden. Pentium-4-Kühler halten sich über verschiedene Hebel- und Klammermechanismen am Retention Module des Mainboards fest, die einen sehr hohen Anpressdruck erzeugen.
Nach jeder Kühler-Demontage muss man sowohl bei Athlons als auch beim Pentium 4 alle Reste von Paste oder Pads säuberlich und vorsichtig entfernen. Das geht mit verschiedenen Lösemitteln wie Alkohol, Waschbenzin oder Etikettenentferner. Wegen der vertrackten Montage des Kühlers und der nur einmaligen Verwendbarkeit des Wärmeleitmediums sollte man den Kühler nur dann abnehmen, wenn man neue Paste zur Hand hat und sich die Prozedur zutraut. Bei einem komplett gekauften Rechner lässt man davon besser die Finger, denn viele Händler werden anschließend die Gewährleistung verweigern.
Für die meisten Hauptspeichertypen existieren strenge allgemeine Spezifikationen, die die reibungslose Kooperation von Mainboards und Speicherriegeln der verschiedenen Hersteller sicherstellen sollen. Zumindest Markenmodule mit richtig programmiertem Konfigurationschip (SPD-EEPROM) sollte ein fehlerfreies Mainboard-BIOS automatisch erkennen und korrekt einstellen. Doch der Teufel steckt - wie immer - im Detail. Je mehr Speicherriegel im Rechner stecken und je höher deren Kapazität ist, umso häufiger knirscht es im Gebälk.
Am sichersten gelingt die Hauptspeicher-Erweiterung, wenn man die vom Mainboard-Hersteller empfohlenen Riegel beschafft oder explizit für das eigene Mainboard oder den PC geprüfte Module kauft - darauf haben sich zahlreiche Firmen spezialisiert. Jedes DIMM sollte einen Aufkleber mit einer eigenen Typennummer besitzen, zu der man auf der Hersteller-Webseite ein Datenblatt des gesamten Riegels findet. Skepsis ist bei billigen No-Name-Riegeln angebracht und bei solchen, wo sich lediglich eine Beschreibung der einzelnen Chips finden lässt.
Für maximalen RAM-Ausbau sollte man möglichst identische Module nehmen; einige Chipsätze mit zweikanaligem Speicher-Interface (Intel i850(E), E7205, Nvidia nForce) erfordern ohnehin paarweise gleiche DIMMs. Viele der aktuellen Mainboards für Double-Data-Rate-Speicher (DDR-RAM) vertragen höchstens zwei doppelreihige Speichermodule in der preiswerten, ungepufferten Ausführung. Wer mehr Speicher braucht, muss bei einigen Platinen zu Registered DIMMs greifen oder sehr teure Speicherriegel aus 512-MBit-Chips nehmen.
Beim Aufrüsten älterer Desktops und Notebooks kommt es manchmal zu Pannen, weil die schon etwas angejahrten Chipsätze moderne Speicherchips mit 256 oder gar 512 MBit Kapazität nicht ansteuern können. Das betrifft vor allem Pentium-III-Mainboards und -Notebooks mit Intels beliebtem i440BX-Chipsatz und dessen Verwandten i440ZX und i440MX sowie die ersten Athlon-Systeme mit dem AMD-750. Sie alle vertragen 256-MByte-Speicherriegel nur dann, wenn diese aus 16 (18 mit ECC) SDRAM-Chips aufgebaut sind. Der 440BX erkennt nicht einmal alle Typen dieser 128-MBit-Bausteine. Die älteren Windows-9x-Versionen einschließlich ME vertragen sowieso nicht mehr als 512 MByte RAM.
Wenn der Rechner größtenteils problemlos funktioniert, aber beispielsweise während des Windows-Setups oder bei der Installation anderer Software Datenfehler meldet, kann ebenfalls der Hauptspeicher schuld sein. Zur Abklärung der Ursache lädt man im BIOS-Setup die Standardwerte oder stellt die sicheren Mindestwerte für den installierten Speichertyp nach der Tabelle ein. Ein längerer Testlauf mit memtest86 oder ctRAMtst kann mehr Informationen bringen - leider ist aber ein wirklich hundertprozentiger Test des RAM per Software unmöglich. Daher sollte man im Zweifel immer mehrere Speicher-Testprogramme benutzen und auch mal andere passende DIMMs testen, die man sich von Bekannten borgt.
Eine weitere Testmöglichkeit besteht darin, den Speicher probeweise mit niedrigerer Taktfrequenz zu betreiben. Die meisten aktuellen Chipsätze (aber nicht jedes BIOS-Setup) erlauben es, für den Front-Side-Bus (FSB) zum Prozessor und den Speicher unterschiedliche Taktfrequenzen vorzugeben. Verschwinden die Speicherfehler bei niedrigeren Taktfrequenzen, sollte man ein BIOS-Update versuchen oder im BIOS-Setup langsamere RAM-Zeitparameter (längere Wartezeiten) einstellen. Manchmal hilft auch das Vertauschen der DIMMs in den Speicherslots.
Wenn der FSB langsamer läuft, sinkt auch der Prozessortakt und damit nicht nur die Systemleistung, sondern auch die Leistungsaufnahme und Abwärmeproduktion des Prozessors. Läuft beispielsweise ein FSB266-Athlon (133 MHz DDR) nur mit FSB200 stabil, geraten außer dem RAM auch das Netzteil und die Kühlung in Verdacht.
Statt für bunte Bilder sorgt die Aufrüstung mit einer neuen Grafikkarte manchmal eher für graue Haare, die man sich bei der Fehlersuche holt. Wenn etwas nicht läuft, lohnen Experimente sowohl mit den Treibern des Grafikkarten-Herstellers als auch den Dateien vom Chiphersteller direkt, also meist vom ATI- oder Nvidia-Webserver. Vor allem TV-Eingänge funktionieren manchmal nur mit den Treibern der Grafikkartenfirma, während die Chip-Entwickler meist die aktuelleren Dateien anbieten. Andere Treiberprobleme müssen an dieser Stelle aus Platzgründen außen vor bleiben.
Wenn Windows bootet, liefern außer den Systeminformationen Software-Utilities wie PowerStrip oder WCPUID detaillierte Angaben zur Grafikkarte. Nicht selten läuft das teure Stück nur im AGP-2X-Modus statt wie erwartet im AGP-4X- oder gar AGP-8X-Modus, was aber kein großer Nachteil ist - die schnellen AGP-Transfers bringen wegen der riesigen lokalen Speicher moderner Grafikkarten kaum Vorteile. Stattdessen steigt das Risiko von Abstürzen, wenn Grafikkarte und Mainboard nicht ideal kooperieren. Daher bietet manches BIOS-Setup die Möglichkeit, den maximalen AGP-Transfermodus zu begrenzen. Und genau das sollte man bei Problemen mit der Systemstabilität auch tun.
Für manche Benchmarks und Spiele ist es nötig, im BIOS-Setup die AGP Aperture Size auf 128 MByte zu stellen - nach unseren Erfahrungen hat das im Vergleich zum Standardwert von 64 MByte sonst keine Auswirkungen. Wer auf einem älteren Mainboard mit Intels i810-Chipsatz eine PCI-Grafikkarte nachrüstet, schaltet durch die Einstellung der AGP Aperture Size auf 0 MByte die integrierte Grafik ab.
Verwirrend sind oft die vielen Anschlussmöglichkeiten aktueller Grafikkarten: Viele können zwei Monitore ansteuern, neben der VGA-Buchse sitzt auf dem Slotblech dann noch ein DVI-Port. Um diesen mit einem Analogmonitor zu verbinden, benötigt man das hoffentlich beiliegende Adapterkabel. Ein solches ist meist auch zur Anbindung des Fernsehgerätes nötig - üblich sind hier eine koaxiale Cinch-Buchse (für das Composite-Signal) oder ein Mini-DIN-Stecker (für S-Video). Letzteres bringt mit teureren Kabeln manchmal eine deutlich bessere Bildqualität. Doch vor allem ältere Glotzen kommen nur mit dem Composite-Signal zurecht, und selbst dazu braucht man dann meist noch einen Cinch/SCART-Adapter.
Den Ton zum Bild muss man an der Soundkarte oder beim Onboard-Soundchip anzapfen, hierfür sind meist ebenfalls Adapter nötig, die die winzigen 3,5-mm-Stereoklinken auf Cinch-Buchsen umsetzen. Sehr lange Übertragungswege sollte man den analogen Audiosignalen nicht zumuten, vor allem billige Kabel fangen viele Störungen ein. Bei dauerhaften Brummtönen hilft nur ein Übertrager, der die Audio-Anlage und den PC masseseitig trennt [3].
Die Belegung der Klinkenbuchsen von Mainboards mit vier- und sechskanaligen Onboard-Sound lässt sich oftmals per Windows-Treiber umstellen, sodass etwa die eigentlich als Line-Eingang gedachte Buchse die hinteren Lautsprecher eines Surround-Sets versorgt.
Zur digitalen Tonübertragung dient der SPDIF-Ausgang am PC, den es meist als elektrische koaxiale Cinch-Buchse und als optischen TOS-Link-Port für Lichtleitkabel gibt. Das elektrische SPDIF-Signal ist recht unempfindlich und überwindet auch längere Distanzen zwischen PC und Surround-Sound-Verstärker ohne hörbare Störungen.
Ältere USB-taugliche Chipsätze bringen oft nur einen USB-Hostadapter mit, der nach USB-1.1-Standard arbeitet. Dessen maximale Datentransferrate von wenig mehr als 1 MByte ist schnell ausgeschöpft, sodass es manchmal zu Problemen kommt, wenn externe Geräte wie ein DSL-Modem, Bluetooth- oder WLAN-Adapter angeschlossen sind. Der Geräte-Manager von Windows XP zeigt auch die reservierte Datentransferrate von USB-Geräten an.
Moderne USB-2.0-taugliche Chipsätze bringen insgesamt vier USB-Hostadapter mit, wovon drei für USB 1.1 zuständig sind. Die ebenfalls integrierten Root Hubs verteilen die Datenströme der externen Geräte so auf die diversen Hostadapter, dass alle gut bedient werden.
Die Kapazitäten der Festplatten wachsen rasend schnell, mittlerweile sind schon 250-GByte-Boliden zu haben. Doch die Aufrüstung mit einem solchen Monstrum scheitert manchmal am BIOS: Je nach Alter des Mainboards ist bei 8, 32, 64 oder 128 GByte Schluss - gerechnet in `echten´ Gigabyte, also 230-Bit-Portionen. Die Festplattenfirmen geben die Kapazität ihrer Produkte in Milliarden Byte an, sodass die kritischen Grenzen etwa bei 34, 69 und 137 GByte liegen.
Manchmal hilft ein BIOS-Update der Kompatibilität auf die Sprünge, einige Mainboard-Firmen (etwa Asus) listen auf ihren Support-Webseiten dazu detaillierte Informationen auf. Viele Festplatten lassen sich mit einem Jumper auf 32 GByte Kapazität begrenzen, was natürlich eine unbefriedigende Lösung darstellt. Besser geht es mit Disk-Manager-Software, die alle Festplattenfirmen zum Download bereitstellen. Doch nicht jedes BIOS erkennt die damit vorbehandelten Riesen-Disks. Die Hardware-Lösung wäre der Kauf einer PCI-EIDE-Hostadapter-Steckkarte mit eigenem BIOS, die in Ultra-ATA/100-Version ab etwa 35 Euro zu haben sind.
Sofern eine neue große Festplatte nicht als System-Disk dienen soll, also das Betriebssystem nicht davon gebootet wird, kommt man manchmal ohne BIOS-Unterstützung aus. Windows (und auch Linux) greifen auf die Platte über eigene Treiber beziehungsweise mit denen des Chipsatz-Herstellers zu; dann ist die Riesenplatte oftmals vom Betriebssystem aus nutzbar, selbst wenn das BIOS sie verschmäht.
Sporadische Probleme beim Zugriff auf Festplatten und optische ATAPI-Laufwerke hängen nicht selten mit defekten oder zu langen Kabeln zusammen. Wie bereits erwähnt, sind für die höheren UDMA-Modi (ab Ultra-ATA/66 beziehungsweise UDMA-4) 80-adrige Kabel nötig. Seltsames Verhalten der Laufwerke verursacht manchmal auch die Master-/Slave-Einstellung: Das per Jumper als Master konfigurierte Laufwerk sollte immer am Stecker am Kabelende hängen, das Slave-Drive am mittleren Stecker.
Aktuelle Festplatten sind im optimalen Betriebszustand schnell genug auch für ehemals kritische Anwendungen wie Videoschnitt. Mit den c't-Tools h2bench und h2benchw lässt sich die Arbeitsgeschwindigkeit prüfen. Alle Festplattenhersteller bieten auf ihren Webseiten Diagnosesoftware an, die bei der Klärung von Disk-Problemen hilft.
Wer mehrere Festplatten zur Steigerung der Datensicherheit oder der Transfergeschwindigkeit zusammenschalten will, greift entweder zu den eingebauten Software-Lösungen in Windows 2000, XP Professional oder Linux oder zu einem RAID-Hostadapter. Die Konfiguration eines RAID ist allerdings etwas kompliziert und eine häufige Ursache für Datenverluste. Jeder RAID-Adapter bringt seine eigenen typischen Macken mit, auch hier verursachen Master-/Slave-Jumper gelegentlich Verwirrung. Als allgemeiner Tipp gilt für alle Arbeiten mit Datenträgern: Nur Daten, von denen ein unabhängiges Backup existiert, sind sichere (und offenbar wichtige) Daten.
Zu den treuesten und dauerhaftesten Ursachen von Hardware-Konflikten gehört die begrenzte Ressourcenausstattung der x86-Architektur, vor allem ihre Interrupt-Verwaltung. Selbst mit PCI-Steckkarten und USB-Geräten tauchen manchmal noch die typischen Fehler auf: Treiber lassen sich nicht installieren, die Soundwiedergabe stottert, Netzwerkverbindungen reißen ab. Alle diese Probleme können zwar auch andere Ursachen haben, doch eine Kontrolle der IRQ-Verteilung im Windows-Geräte-Manager (oder per Systeminformationen) kann nie schaden.
Wenn sich mehrere PC-Komponenten einen Interrupt (IRQ) teilen, ist das normalerweise nichts Schlechtes - und wenn alles funktioniert, sollte man auch nicht weiter nachbohren. Unter Windows 2000 und XP ist die manuelle IRQ-Verteilung nur unter Verzicht auf die ACPI-Funktionen möglich [4]; oft muss man anschließend damit leben, dass sich der Rechner nach dem Herunterfahren des Betriebssystems nicht mehr automatisch ausschaltet.
Wer Ressourcenkonflikte vermutet, vertauscht am besten zunächst probeweise die PCI-Steckkarten in ihren Slots. Es kann auch helfen, nicht benutzte USB-Hostadapter sowie parallele und RS232-Schnittstellen im BIOS-Setup abzuschalten. Aktuelle Mainboards kennen meist einen APIC-Modus, der unter Windows 2000, XP und Linux mehr Interrupts zur Verfügung stellt - dieser muss aber im BIOS-Setup vor der Windows-Installation bereits aktiviert gewesen sein.
Sollen die Interrupts manuell zugeteilt werden, fällt eine Menge Konfigurationsarbeit an. Die nötigen Prozeduren haben wir in älteren c't-Heften erklärt [4, 5].
Angesichts der gigantischen Zahl der allgegenwärtigen PCs ist deren Fehlerquote eigentlich recht gering. Doch die tägliche Erfahrung mit der c't-Hotline lässt einen glauben, dass kaum ein Rechner vernünftig läuft. Immer wieder kommen widersinnige und selbst Fachleuten unverständliche Bugs und Inkompatibilitäten ans Licht.
Nicht gegen jedes Problem ist ein Kraut gewachsen. Mancher PC läuft trotz der Verwendung ordentlicher Marken-Komponenten, sauberem mechanischem Systemaufbau und sorgfältiger Konfiguration partout nicht stabil. In solchen Fällen muss man sich wohl oder übel von einzelnen Bauteilen trennen. Manchmal erfährt man Monate später den Grund für unerklärliche Phänomene - immerhin ein Trostpflaster für den verletzten Bastlerstolz. (ciw)
[1] Microsoft Knowledge Base: http://support.microsoft.com/default.aspx?de
[2] Installationsanweisung für Athlons: www.amd.com/de-de/assets/content_type/white_papers_and_tech_docs/Prozessor_Installierung.pdf
[3] Ulrich Hilgefort, Brummschleifen verhindern, c't 11/02, S. 195
[4] Christof Windeck, IRQ-Entwirrung, Der APIC-Modus auf Ein-Prozessor-Mainboards, c't 19/02, S. 188
[5] Christof Windeck, Peter Siering, Unterbrecher-Kontakte, Tipps und Hintergründe zur IRQ-Konfiguration, c't 11/00, S. 258
[6] Holger Bleich, Stefan Jaeger, Versandet, Widerruf und Reklamation im Fernabsatz - wer die Kosten trägt, c't 20/01, S. 104
[7] Peter Schmitz, Reklamieren - gewusst wie, Ärger nach dem Kauf von IT-Produkten minimieren, c't 16/02, S. 80
Seit dem 1. Januar 2002 müssen Händler zwei Jahre lang für die einwandfreie Funktion der von ihnen verkauften Waren geradestehen. Für diese Gewährleistung gelten strenge gesetzliche Regeln, die sich nicht über Vertragsklauseln aushebeln lassen.
So darf ein Händler beispielsweise keine Prüfgebühren für unberechtigte Reklamationen erheben und muss auch eventuell anfallende Rücktransportkosten für seine defekte Ware tragen. Der Verkäufer hat aber das Recht, Schäden zunächst (auch mehrmals) nachzubessern, bevor der Käufer sein Geld zurückverlangen kann. Dabei muss der Verkäufer allerdings angemessene Fristen einhalten, üblich sind, je nach Einzelfall, fünf bis zehn Arbeitstage.
Über die Gewährleistungsfrist hinaus können Händler oder Hersteller weitergehende Garantien zusagen, die sie von selbst definierten Bedingungen abhängig machen dürfen. Daher sollte man das Kleingedruckte genau lesen.
Erster Ansprechpartner bei Reklamationen ist immer der Verkäufer - und nicht, wie häufig angenommen wird, der Hersteller einer Ware. Wenn Letzterer jedoch besondere Garantiezusagen direkt an den Kunden richtet, dazu gehört beispielsweise ein Vor-Ort-Service bei manchen Supermarkt-Rechnern, reklamiert man natürlich (auch) beim Hersteller.
Im Verlauf einer Reklamation ist es wichtig, Fristen einzuhalten und mit Belegen zu dokumentieren. Daher notiert man die Namen und Adressen aller Ansprechpartner und protokolliert Telefonate in Stichworten. Eine genaue Schadensbeschreibung geht am besten per Fax oder E-Mail an den Händler und liegt bei Rücksendungen mit im Karton. Der Verkäufer darf dabei verlangen, das Gerät in einer der Originalverpackung gleichwertigen Schutzhülle zurückzubekommen.
Das Fernabsatzgesetz räumt Käufern, die per Internet, Telefon oder Mailorder bestellen, ein 14-tägiges unbeschränktes Rückgaberecht ein [6]. Sofern der Warenwert der Bestellung über 40 Euro beträgt, muss der Verkäufer sogar die Transportkosten für die Rücklieferung übernehmen. Wer dieses Rückgaberecht in Anspruch nehmen möchte, sollte sich zuvor über die Konditionen des jeweiligen Anbieters informieren - manche beauftragen ein spezielles Transportunternehmen mit der Abholung.
Auch bei Reklamationen sollte man sich höflich verhalten und den Verkäufer nicht mit überzogenen Forderungen überrumpeln. Es könnte ja ein eigener Irrtum vorliegen, der sicherlich kulanter behandelt wird, wenn man selbst freundlich bleibt. Tipps zur Reklamation finden Sie in [7].
| Modultyp | PC100 | PC133 | PC1600 | PC2100 | PC2700 | PC800 | PC1066 |
| Speicherchip-Typ | PC100 | PC133 | DDR200 | DDR266 | DDR333 | PC800 | PC1066 |
| Taktfrequenz [MHz] | 100 | 133 | 100 | 133 | 166 | 400 | 533 |
| Taktzykluszeit [ns] | 10 | 7,5 | 10 | 7,5 | 6 | 2,5 | 1,9 |
| CAS Latency CL [Takte] | 3 | 3 | 2,5 | 2,5 | 2,5 | - | - |
| RAS-to-CAS-Delay tRCD [Takte] | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | - | - |
| RAS Precharge Time tRP [Takte] | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | - | - |
| Active-to-Precharge Time tRAS [Takte] | 6 | 6 | 6 | 6 | 7 | - | - |
| RAS Cycle Time tRC [Takte] | 9 | 9 | 9 | 9 | 10 | - | - |
| Row Access Time tRAC [ns] | - | - | - | - | - | 50 | 36 |
| Spannung | Toleranzbereich | Minimaler Spannungswert | Maximaler Spannungswert | Farbe am ATX-Stecker |
| +12 Volt | +/-5 %1 | 11,4 Volt | 12,6 Volt | Gelb |
| +5 Volt | +/-5 % | 4,75 Volt | 5,25 Volt | Rot |
| +3,3 Volt | +/-5 % | 3,14 Volt | 3,47 Volt | Orange |
| -5 Volt | +/-10 % | -5,5 Volt | -4,5 Volt | Weiß |
| -12 Volt | +/-10 % | -13,2 Volt | -10,8 Volt | Hellblau |
| 5 Volt Standby | +/-5 % | 4,75 Volt | 5,25 Volt | Violett |
1unter Volllast sind hier ±10 % zulässig, also 10,8 bis 13,2 Volt