Es kostet viele Stunden oder gar Tage, Windows sowie alle Treiber und Anwendungen wunschgemäßzu installieren und zu konfigurieren, doch nur Sekundenbruchteile, um diese Arbeit zu verlieren - sei es durch Bedienfehler, Viren, Hardwareausfälle oder Bugs in Programmen. Die ganze Plackerei noch mal? Es geht auch anders.
Nach größeren Pannen oder bei undurchsichtigem Fehlerbild lautet die lapidare Empfehlung `Windows noch mal installieren´. Wer auf eine Neuinstallation und Konfiguration des Systems inklusive aller dazugehörigen Anwendungen keine Lust hat, kann sich auch tagelang durchs Treiber- und Registry-Gestrüpp fummeln, ohne dabei allerdings sicher sein zu können, dass er das Problem so auch wirklich löst.
Wer allerdings ein paar Vorkehrungen trifft, kann all diese Mühsal erheblich abkürzen. Wenn ein neuer PC endlich wie gewünscht läuft, lässt sich dieser Zustand nämlich recht einfach mit Hilfe eines so genannten Imaging-Programms (Imager) konservieren und im Fehlerfall sehr einfach und schnell wieder restaurieren - inklusive aller anwenderspezifischen Änderungen und Installationen.
Hierzu sichern diese Programme zuvor den gesamten Inhalt einer Partition in einer Datei (Image). Sie orientieren sich im Unterschied zu klassischen Kopier-Befehlen nicht an Dateien oder Ordnern, sondern kopieren stattdessen quasi unterhalb des eigentlichen Betriebssystems die Sektoren der Partition. Die Art der kopierten Daten sind ihnen dabei ebenso egal wie das benutzte Dateisystem.
Das bedeutet aber auch, dass ein Imager beim Zurückspielen eines Images die Partition ohne Rücksicht auf den derzeitigen Inhalt komplett auf einen früheren Stand zurücksetzt. Nachteilig an dieser Methode ist, dass dabei womöglich auch Dateien überschrieben werden, die der Anwender lieber behalten hätte. Der Riesenvorteil besteht jedoch darin, dass der Imager bei dieser Gelegenheit zuverlässig alle zwischenzeitlich eingefallenen E-Mail-Würmer oder 0190-Dialer beseitigt sowie alle Überreste fehlgeschlagener Software-Installationen und die Auswirkungen schief gegangener Einstellungs-Experimente.
Wegen der anfallenden Datenmenge einer solchen Komplettkopie ist dieses Vorgehen zwar kaum als Backup der täglichen Arbeit geeignet, jedoch besonders nützlich für Systempartitionen, da ein bereits erstelltes Image beim Auftreten von Fehlern einen universellen und schnellen Weg zurück zu einem funktionierenden Windows eröffnet. Imager-Tools helfen vor allem selbst dann noch, wenn die Wiederherstellungsfunktion von Windows XP bereits aufgegeben hat.
Im Folgenden geht es aber nicht nur darum, wie man Imager-Programme am geschicktesten einsetzt, sondern auch darum, wie man sich generell das Leben unter Windows vereinfacht, indem man die Benutzerdaten getrennt von System und Anwendungen aufbewahrt.
Der größte Vorteil von Imaging-Programmen besteht darin, dass man an seinem Windows herumbasteln kann, so viel man will, ohne Angst haben zu müssen, dass dabei dauerhafter Schaden entsteht. Davon profitieren aber nicht nur neugierige Menschen, die beispielsweise schon immer mal wissen wollten, wie Windows ohne Registry läuft (gar nicht ;-), sondern auch alle anderen Windows-Nutzer, etwa jene, denen das Kind schon in den Brunnen gefallen ist: Sind aus welchem Grund auch immer wichtige Dateien demoliert, erlaubt ein vor dem ersten Reparatur-Versuch erstelltes Image ein fröhliches drauflos Reparieren - geht dabei etwas schief, spielt man einfach das Image zurück und probiert einen anderen Lösungsansatz.
Auch für Käufer von Komplett-PCs, die der Händler statt mit einer Vollversion des mitgelieferten Betriebssystems lediglich mit einer Recovery-CD abspeiste, erweist sich Imaging-Software als nützlich: Treten während der Garantiezeit Probleme auf, schikanieren viele Händler den Kunden mit dem lapidaren Hinweis: `Spielen Sie den Inhalt der Recovery-CD zurück´. Folge für den Kunden: Die Festplatte ist wieder im Auslieferungszustand und die mühevolle Windows-Konfiguration dahin - besser, er fertigt einfach vorher ein eigenes Image an, das er nach Beseitigung des Fehlers wieder zurückspielt.
Viel Zeit spart ein Imager auch beim Einbau einer größeren Festplatte: Einfach vom System ein Image ziehen, neue Platte einbauen, Image darauf zurückspielen - fertig.
Schließlich helfen Images auch all jenen, die gelegentlich gerne mal neue Shareware oder Spieledemos ausprobieren, dabei jedoch vermeiden wollen, dass ihnen die hierbei oft anfallenden Deinstallations-Überreste das System voll müllen: Sauberer als durch das Zurückspielen eines vor dem Test angefertigten Images lassen sich Programme nicht entfernen - da kommt kein Uninstaller mit. Ähnliches gilt für das Ausprobieren von im Internet aufgeschnappten Tipps.
Selbst wer seinen PC eigentlich nur als Schreibmaschine nutzen möchte, ohne am System herumzufummeln, dürfte eine Sicherheitskopie seines Systems zu schätzen wissen: Die Frage, was sie denn vor dem vollkommen unerwarteten Auftreten eines Fehlers zuletzt am PC gemacht haben, beantworten viele Anrufer der c't-Hotline immer noch mit `nichts Besonderes´ - hier hat dann Windows mal wieder eigenmächtig ein Stück aus seinem reichhaltigen Nutzer-Nerv-Repertoire aufgeführt, und eine andere Lösung als das Zurückspielen des Images ist in vielen Fällen tatsächlich nicht zu finden. Wohl dem, der dann eines hat - denn sonst bleibt nur die Neuinstallation.
Die Liste mit den Ansprüchen an ein Imaging-Programm ist nicht allzu lang: Am wichtigsten ist natürlich, dass er in der Lage ist, ein echtes 1:1-Abbild einer beliebigen Partition zu erstellen. Hierin unterscheiden sich Imager von so genannten Systemwiederherstellungsprogrammen, wie sie etwa in Windows ME und XP enthalten sind - die sichern lediglich einige wichtige Teile eines Betriebssystems, um im Notfall die Lauffähigkeit des Systems wieder herstellen zu können, aber eben nicht die gesamte Partition. Deshalb können sie nur dann weiterhelfen, wenn Windows selbst zumindest im abgesicherten Modus noch startet und zudem sämtliche für die Wiederherstellung benötigten Daten unbeschädigt sind [1].
Des Weiteren sollte der Imager nicht nur ein, sondern beliebig viele Images an frei wählbaren Speicherorten erstellen können - möglichst nicht nur auf der Festplatte, sondern auch auf transportablen Medien wie CD-R(W). Passt das Image nicht auf das gewählte Medium, sollte er es bei Bedarf in passende Häppchen aufteilen können.
Es gibt zwei Ansätze zum Reduzieren des Platzbedarfs eines Images - ein guter Imager sollte beide beherrschen: Erstens sollte er die Images mit Pack-Routinen komprimieren können. Als angenehmen Nebeneffekt kann das auch noch Zeit sparen: Imager lasten selbst aktuelle schnelle Festplatten (und erst recht CD-Brenner) mit der Datenübertragung aus, sodass ein Stau entsteht. Gleichzeitig langweilt sich jedoch der Prozessor. Nutzt man die brachliegende Rechenpower zum Komprimieren, müssen weniger Daten durch den Laufwerksanschluss, sodass der Stau kleiner wird und das Image schneller fertig ist.
Zweitens sollte er die Option bieten, wahlweise nicht nur alle Sektoren einer Partition, sondern stattdessen nur die vom Dateisystem als belegt gekennzeichneten Sektoren zu speichern: Liegen auf einer 4 GByte großen Partition nur 1,5 GByte Daten, reduziert sich der Platzbedarf dann darauf. Hierzu muss der Imager jedoch das jeweilige Dateisystem kennen. Das reduziert die anfallende Datenmenge und damit den Zeitbedarf so effektiv, dass der Einsatz dieses Verfahrens fast immer empfehlenswert ist - mit einer Ausnahme: Wenn gelöschte Daten wiederherzustellen sind. Bei FAT32 beispielsweise löscht Windows nicht die Daten selbst, sondern lediglich die dazu gehörigen Verwaltungsinformationen im Dateisystem. Zudem kennzeichnet das System die von der Datei belegten Sektoren als frei - die Daten selbst sind also weiterhin vorhanden und lassen sich wiederherstellen [2, 3]. Wer hierbei gerne mit Sicherungsleine arbeitet, erstellt ein Image in Form einer 1:1-Kopie der Partition, in der nicht nur die belegten, sondern eben auch die vermeintlich freien Sektoren gesichert sind. Einen vergleichbaren Weg beschreiten übrigens auch professionelle Datenrettungslabors: Sie ziehen von einer defekten Festplatte ein Image und arbeiten damit, um die Originaldaten nicht zu gefährden.
Weil ein defektes Image im Ernstfall den Ärger nur noch weiter steigert, sollte der Imager nach dem Erstellen zudem nachprüfen können, ob das auch wirklich geklappt hat. Hierzu vergleicht er das frische Image mit dem Inhalt der ausgelesenen Partition, was übrigens nur direkt nach dem Erstellen gelingen kann, da sich gleich beim nächsten Neustart zumindest einige temporäre Daten ändern, sodass das Image nun mit dem Original nicht mehr vollständig übereinstimmt - das Verify würde Fehlermeldungen produzieren. Später ist lediglich noch der Test möglich, ob das Image gültig ist und sich im Notfall überhaupt zurückspielen ließe, über den Zustand der Daten im Image sagt das aber nichts aus. Leider bezeichnen nicht alle Imager die Funktionen korrekt, meist heißt der Abgleich `Verify´ (zu erkennen daran, dass die Funktion nur direkt beim Erstellen eines Imagers zur Verfügung steht). Mit `Integritätsprüfung´ oder Ähnlichem meinen Imager den Test, ob das Image defekt ist, die Funktion steht immer zur Verfügung.
Weitere Funktionen wie etwa der Passwortschutz des Images sind zwar wünschenswert, aber für den Einsatz nur selten erforderlich. Durchaus nützlich sind teilweise mitgelieferte Tools (Image Explorer), die einen Einblick in erstellte Images gestatten und erlauben, einzelne Dateien aus dem Image heraus zu extrahieren oder gar eine Image-Datei als zusätzliches virtuelles Laufwerk ins System einzubinden (mounten).
Zwar verrichten die kommerziellen Imager ihre Arbeit auch unter Windows, scheitern allerdings, wenn sie Windows selbst wiederherstellen sollen, denn dabei würden sie sich im laufenden Betrieb selbst überschreiben. Deshalb bieten sie noch einen weiteren Programmteil, der unter einem anderen Betriebssystem läuft - beispielsweise DOS oder Linux. Die Hersteller liefern entweder entsprechende Bootmedien mit, die auch den Imager enthalten, oder können solche Medien erstellen. Welches Betriebssystem auf ihnen zum Einsatz kommt, merkt der Anwender meist gar nicht, da während des Bootvorgangs Meldungen des Systems unterdrückt werden und nach dem Booten direkt das Programmfenster aufpoppt.
Ein kleiner Nachteil von Imagern sei hier auch erwähnt: Während des Erstellens eines Images ist der PC ebenso wie beim Zurückspielen üblicherweise vollkommen blockiert. Doch spätestens, wenn ein Image das erste Mal die Rettung in der Not war, wird klar: Fünf Minuten Nichtstun sind allemal angenehmer als stundenlanges Neuinstallieren von Windows und Anwendungen.
Vor dem Einsatz eines Imagers macht sich eine gewisse Vorbereitung schnell bezahlt, denn auf der Systempartition lagert nicht nur Windows, sondern womöglich auch Daten, die keinesfalls beim Zurückspielen eines Images verloren gehen dürfen: Es ist dringend empfehlenswert, vor dem Sichern einer Systempartition diese Daten auf eine andere Partition auszulagern, sonst besteht die Gefahr, dass sie beim nächsten Zurückspielen eines System-Images verloren gehen oder zumindest veraltet sind - alle Änderungen seit dem Erstellen werden ja verworfen. Zudem lassen sich die verlagerten Daten dann mit geeigneteren Methoden wie einem inkrementellen Backup deutlich Platz sparender als in einem Image sichern.
Das betrifft alle selbst erstellten Dateien wie Texte, Bilder, Tabellen, Videos und Musikstücke (von Windows als Dokumente bezeichnet), die üblicherweise im Default-Speicherort `Eigene Dateien´ lagern, aber auch die Favoriten des Internet Explorers oder die mühsam eingerichteten Konfigurationsdateien der Anwendungen - also Registry und Ini-Dateien, aber beispielsweise auch Vorlagen-Dateien für Office-Pakete, etwa die Standardvorlage Normal.dot von Word.
Wir empfehlen, eine zweite Partition ausschließlich für diese Daten einzurichten (eine Anleitung zum Einrichten findet sich in [4]). Sie sollte ausreichend groß sein, um auch die MP3- oder Video-Sammlung aufnehmen zu können.
Bei selbst erstellten Dateien reicht es im Prinzip aus, sie einfach auf der Datenpartition zu speichern, allerdings nervt es dann schnell, dass Windows bei jedem neuen Speichervorgang immer wieder das alte Standard-Verzeichnis vorschlägt - und auch beim Öffnen einer Datei muss man sich erst mühsam zum Ziel durchklicken. Auf Dauer ist es deshalb bequemer, den Default-Ordner der `Eigenen Dateien´ zu verlegen - und bei der Gelegenheit auch jene Verzeichnisse, die die Favoriten oder die Desktop- und Startmenüeinstellungen enthalten, weil ein Durchklicken hier nicht möglich ist.
Das Verschieben der Ordner ist recht simpel: Zuerst ist zu prüfen, wo die zu verschiebenden Ordner eigentlich liegen - das unterscheidet sich je nach Windows-Version. Während 2000 und XP alles im Ordner `Dokumente und Einstellungen´ speichern, verteilen Windows 98 und ME die Daten in `Eigene Dateien´ sowie im Windows-Verzeichnis. Eine Liste über die aktuell gültigen Verzeichnispfade enthält die Registry [5] im Unterschlüssel `Shell Folders´, der wiederum in `HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer´ liegt. Hier enthält beispielsweise der Eintrag `Personal´ als Wert den Pfad zu `Eigene Dateien´, die restlichen Einträge sind selbsterklärend.
Nun kann der Umzug des Ordners beginnen. Es empfiehlt sich jedoch, ihn nicht direkt zu verschieben, sondern stattdessen zu kopieren - funktioniert später alles wie gewünscht, kann man den Ursprungs-Ordner löschen, geht dabei jedoch was schief, bleiben die Originaldaten wenigstens unbeschädigt. Der neue Ordner darf an beliebiger Stelle liegen, auch Netzlaufwerke sind erlaubt.
Liegen die Daten auf einer Partition mit FAT-Dateisystem, reicht zum Transport der Explorer, bei NTFS-formatierten Laufwerken reichen dessen Fähigkeiten jedoch nicht aus, da er die Zugriffsrechte der Dateien nicht korrekt übertragen kann. Hier hilft die Kommandozeile aus, die sich nach Eingabe von `cmd´ unter `Ausführen´ im Startmenü öffnet. Das Kommando
xcopy "c:\dokumente und Einstellungen\<<Benutzername>\Favoriten" "d:\dokumente und Einstellungen\<<Benutzername>\Favoriten" /v /e /x /k /o /c /h
kopiert beispielsweise den Ordner `Favoriten´. Das Kommando xcopy /? verrät mehr über die verwendeten Optionen.
Nun muss man Windows noch beibringen, dass es die Ordner ab sofort woanders zu suchen hat. Das erledigt ein Eingriff in die Registry, allerdings nicht wie vielleicht zu erwarten im bereits erwähnten Unterschlüssel `Shell Folders´, weil Windows Änderungen hierin beim nächsten Systemstart wieder rückgängig macht. Es berücksichtigt hingegen neue Pfade im an gleicher Stelle zu findenden Unterschlüssel `User Shell Folders´, der identisch aufgebaut ist.
Normalerweise sind fast alle Einträge aus `Shell Folders´ auch in `User Shell Folders´ vorhanden. Fehlt ein gewünschter Eintrag, kann man ihn einfach aus `Shell Folders´ abschreiben. Dabei ist jedoch auf den korrekten Eintragstyp zu achten: Bei Windows 2000 und XP ist er als `Erweiterbare Zeichenfolge´ (`Reg_Expand_SZ´) anzulegen, bei 9x und ME hingegen als `Zeichenfolge´ (`Reg_SZ´). Die neuen Pfade gelten erst nach dem nächsten Neustart.
Wer keine Lust hat, die Tipp-Arbeit selbst zu übernehmen, kann auch auf die von c't erstellten Vorlagen für Poledit [6] zurückgreifen, zu finden in der c't-Tipp-Datenbank [7] in der Kategorie System\Systemordner.
Windows bietet für den Ordner `Eigene Dateien´ übrigens ein Werkzeug zum Verschieben an. Es ist über die Icons des Ordners `Eigene Dateien´ auf dem Desktop sowie in der obersten Ebene des Explorers zu finden, und zwar im Kontextmenü unter Eigenschaften. Unter Windows 98 funktioniert es jedoch nur eingeschränkt: es legt zwar einen neuen Ordner an, lässt den Inhalt jedoch im bisherigen Ordner - der Anwender muss das Verschieben von Hand erledigen. Die beschriebenen Handgriffe verschieben immer nur die Ordner des gerade angemeldeten Nutzers, wer die Ordner mehrerer Benutzerkonten verlagern will, findet weitere Hilfe in [8].
Nachdem die persönlichen Dokumente nun verlagert sind, sollte man auch die Konfigurationsdateien in Sicherheit bringen. Viele Programme bieten selbst die Option, die Daten zu verlagern, Word etwa unter Extras\Dateiablage. Ist dergleichen nicht zu finden, muss man selber ran, die Dateien identifizieren und anschließend verschieben, Hilfe hierbei bietet der vorangegangene Artikel.
Windows 2000 und XP speichern im Unterschied zu 9x alle Dokumente und Einstellungen inklusive aller Nutzer-spezifischen Registry-Einstellungen in einem einzigen Verzeichnis: In `Dokumente und Einstellungen´ findet sich für jedes Benutzerkonto ein eigener Unterordner, in dem nicht nur die jeweiligen Favoriten, Einstellungen von Startmenü oder Desktop sowie die eigenen Dateien lagern, sondern auch benutzerspezifische Konfigurationsdateien installierter Anwendungen - sofern sich deren Programmierer an Microsofts Vorgaben gehalten haben. So speichert beispielsweise Outlook hier das Mail-Archiv inklusive aller Kontakte und Termine und Word ab Version 2000 die Normal.dot. Zudem finden sich hier auch die jeweiligen benutzerspezifischen Teile der Registry. Um alle Unterordner zu sehen, muss man dem Explorer in den `Ordneroptionen´ unter `Ansicht´ abgewöhnen, Systemordner sowie versteckte Dateien auszublenden - die daraufhin folgenden Proteste des Explorers darf man getrost ignorieren.
Das Verlagern der Verzeichnisse funktioniert in den meisten Fällen problemlos, in drei Fällen sträubt sich Windows jedoch: Den Ordner mit dem Namen des gerade angemeldeten Anwenders kann das System nicht verlagern, weil es auf einige darin enthaltene Daten wie die benutzerspezifischen Registry-Einstellungen gerade zugreift. Das lässt sich umgehen, indem man sich zwischenzeitlich einfach mit einem anderen Administratorkonto anmeldet und damit den Umzug erledigt - etwa mit dem während der Installation eingerichteten Konto namens `Administrator´, das dazu passende Kennwort wurde bei der Installation vergeben. Das Konto steht allerdings nicht in der schnellen Benutzerumschaltung zur Auswahl, hier hilft die kurzfristige Umstellung der Anmeldung, zu erledigen in der Systemsteuerung unter `Benutzerkonten´. Alternativ kann man auch ein bestehendes Konto ändern oder übergangsweise ein neues erstellen.
Auf zwei andere Verzeichnisse namens `LocalService´ und `NetworkService´ greifen lokal aktive Dienste zu, die vor dem Kopieren zu beenden sind. Hierzu beendet man in der Systemsteuerung in der `Computerverwaltung´ unter `Dienste´ rigoros via Kontextmenü einfach jeden gestarteten Dienst, der sich als `Lokaler Dienst´ oder `Netzwerkdienst´ angemeldet hat. Nun lassen sich die betreffenden Ordner ohne Fehlermeldungen kopieren. Um einen Neustart der gerade beendeten Dienste braucht man sich nicht kümmern, dass erledigt XP beim nächsten Hochfahren von allein.
Abschließend muss man Windows mitteilen, dass sich die Daten nun woanders befinden. Dies erledigen einige Einträge in der Registry im Schlüssel `HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\ProfileList´. Hier findet sich eine `Erweiterbare Zeichenfolge´ namens `ProfilesDirectory´, die als Wert den Pfad des Verzeichnisses `Dokumente und Einstellungen´ enthält. Hierin landet bei Bedarf der neue Pfad, der zukünftig für alle noch anzulegenden Benutzerkonten gilt, nicht jedoch für die bereits bestehenden Anwender- und Systemkonten. Für die ist jeweils ein einzelner Eingriff erforderlich: Im besagten Schlüssel findet sich für jedes Konto ein Unterschlüssel, in dem sich wiederum jeweils ein Eintrag namens `ProfileImagePath´ findet. Die darin enthaltenen Pfade sind ebenfalls anzupassen, allerdings gibt es wieder mal eine Ausnahme: Den Eintrag namens `%systemroot%\system32\config\systemprofile´ sollte man in Ruhe lassen, er bezieht sich auf ein besonderes Benutzerkonto, welches das Betriebssystem selbst verwendet und dessen Daten auch nicht unter `Dokumente und Einstellungen´ zu finden sind. Die Ordner `All Users´ und `Default User´ sind unveränderliche Unterordner von `Dokumente und Einstellungen´ und werden bei dessen Verlagerung mitgenommen.
Vor dem abschließenden Neustart ist noch ein Suchlauf durch die Registry fällig, da viele Programme bei der täglichen Arbeit nicht die aktuellen Pfade abfragen, sondern stattdessen einfach weiter Daten in die alten Verzeichnisse speichern wollen - selbst Microsoft hält sich hier nicht konsequent an die eigenen Vorgaben. Um das zu ändern, sucht man einfach nach `Dokumente und Einstellungen´ und passt alle gefunden Einträge an die neuen Pfade an. Nach der Installation weiterer Programme kann diese Maßnahme übrigens ebenfalls erforderlich sein. Da sich aber zunehmend mehr Programmierer an die Vorgaben halten, dürften solche Aktionen immer seltener nötig sein.
Nach den Umbaumaßnahmen sind die Images des Systems bereits deutlich kleiner. Wer noch mehr Platz sparen will, kann vor dem Anlegen eines Images eines durchkonfigurierten Windows schnell noch die bordeigene Datenträgerbereinigung aufrufen, zu finden im Kontextmenü der Laufwerke: Die sucht in der ausgewählten Partition nach temporären Dateien und löscht sie, beispielsweise nutzlose Überbleibsel abgebrochener Installationen, und leert zudem den Browser-Cache des Internet-Explorers, mit dessen Inhalt man nach dem Zurückspielen erfahrungsgemäß eh nichts mehr anfangen kann.
Noch mehr Platz spart, wer die teilweise mehrere Hundert MByte große Auslagerungsdatei entweder auf eine andere Partition auslagert [9] oder aber vor dem Erstellen des Images löscht - Windows legt sie dann beim nächsten Neustart einfach wieder neu an. Die betreffenden Dateien sind je nach Windows-Version c:\pagefile.sys, c:\win386.swp oder c:\windows\win386.swp. Allerdings weigert sich Windows, die Datei im laufenden Betrieb zu löschen, sodass man ein anderes System benötigt. Liegt die Auslagerungsdatei auf einer FAT(32)-Partition, reicht DOS, das von einer Bootdiskette startet. Hier entfernt man via
a:\attrib -h -r -s c:\pagefile.sys
zuerst den Schreibschutz und kann die Datei dann mit
del c:\pagefile.sys
löschen - Pfad und Dateiname sind natürlich anzupassen.
Wer über ein parallel installiertes zweites Windows XP oder einen seiner Vorgänger verfügt, kann die Auslagerungsdatei auch von dort aus löschen - anders als bei DOS auch dann, wenn sie auf einer NTFS-Partition liegt. Zuerst ist der Explorer in den Ordneroptionen (zu finden unter Ansicht oder Extras) so zu konfigurieren, dass er auch versteckte und Systemdateien anzeigt, dann löscht man die Auslagerungsdatei des anderen Windows einfach. Hierbei aufpoppendes Genörgel den Schreibschutz betreffend kann man getrost ignorieren.
Unter Windows 2000 und XP existiert eine weitere Datei direkt im Root-Verzeichnis der Systempartition, deren Größe identisch mit der des Arbeitsspeichers ist: In der Hiberfil.sys speichert Windows den Inhalt des RAM, wenn man es in den `Ruhezustand´ schickt. In einem Image ist die Datei jedoch lediglich ein unnützer Platzfresser, sie lässt sich auf gleichem Wege wie die Auslagerungsdatei entfernen.
Da es nervend ist, diese Aktion vor jedem Anlegen zu wiederholen, bietet es sich an, sie zu automatisieren. Wer ein parallel laufendes 2000 oder XP hat, kann den Imager dort installieren, und dann so wie beschrieben eine Batch-Datei schreiben, die anschließend den unter Windows laufenden Teil des Imagers startet.
Doch auch unter DOS gelingt das Vorhaben - besonders leicht mit den unter DOS laufenden Drive Image, Ghost und DriveBackup, bei letzterem benötigt man jedoch zusätzlich einige Dateien einer 9x-Rettungsdiskette. Man kopiert einfach den DOS-basierten Teil des Imagers auf die Daten-Partition, beispielsweise in D:\Imager - bei Drive Image handelt es sich um den Ordner \Deutsch\Execute, bei Ghost und DriveBackup kann man sich eine Notfall-Diskette erstellen und deren Inhalt übertragen.
Dann bastelt man sich eine MS-DOS-Startdiskette, das passende Werkzeug ist bei allen Windows-Versionen über den Kontextmenü-Eintrag `Formatieren´ des Diskettenlaufwerks im Explorer zu finden. Auf die Startdiskette kopiert man zwei von uns zum Download (siehe Soft-Link) bereitgestellte Batch-Dateien namens Delswp.bat und Delswp1.bat. In der ersten Datei stehen unter anderem alle Laufwerksbuchstaben von A bis Z in einer Reihe, wer weniger Laufwerke hat, streicht einfach von hinten weg. Nun ist noch als erste Zeile in die Autoexec.bat ein `call delswp.bat´ einzutragen und am Ende eine Zeile zum Aufruf des Imagers, bei Drive Image also D:\Imager\Pqdi.exe, bei Ghost D:\Imager\Ghost.exe und bei DriveBackup D:\Image\Db.exe. Im letzten Fall muss übrigens zuvor einmalig `D:\Imager\Dbpack.exe´ starten, was das eigentliche DOS-Programme entpackt. Zum Erstellen neuer Images kann man dann zukünftig einfach die Diskette einlegen, von ihr booten und ohne manuelles Löschen der Auslagerungsdateien Platz sparende Images erstellen oder sie im Notfall wiederherstellen.
Abschließend noch ein Wort zur Zeitplanung: Im Unterschied zum herkömmlichen Backup ist es nicht nötig, regelmäßig Images anzulegen. Stattdessen greift man besser direkt nach dem erfolgreichen Installieren neuer Software oder Treiber zum Imager, oder nach Änderungen der Systemkonfiguration, zum Beispiel nach dem Durchführen der hier beschriebenen Maßnahmen. Wer seinen PC nur als Schreibmaschine benutzt, ohne groß herumzuexperimentieren, kommt so mit sehr wenigen Imaging-Aktionen aus. Wer hingegen fast täglich Neues ausprobiert, sollte in Erwägung ziehen, ein zweites Windows auf seinem PC zu installieren (geht besonders gut mit XP und dessen Vorgängern [10], für 9x und ME bietet sich ein Verfahren wie in [11] beschrieben an) und direkt danach in ein Image zu sichern - wer das zweite Windows nur zum Testen verwendet, kann sich das aufwendige Auslagern der Dokumente und Einstellungen hier sparen. Wie beschrieben empfiehlt es sich jedoch, den Imager auf beiden Windows-Versionen zu installieren, um ganz bequem das jeweils andere Windows sichern oder wiederherstellen zu können. Mit dem Test-Windows lässt sich dann nach Herzenslust alles ausprobieren - hat man es kaputtgefummelt, spielt man einfach das Image zurück. Das andere Windows bleibt hingegen solange unberührt, bis ein Test so erfolgreich verlaufen ist, dass man Treiber/Software/Hotline-Tipp auch dort verwenden möchte. Dann erst wiederholt man da die Installation oder Konfiguration und sichert direkt danach erneut in ein Image - das klingt zwar etwas umständlich, spart in der Praxis aber enorme Mengen Zeit und Nerven. (axv)
[1] Hajo Schulz, Am eigenen Zopf, Windows XP mit Bordmitteln wiederbeleben, c't 23/02, S. 180
[2] Harald Bögeholz, Peter Siering, Datenpuzzle, Mit dem Diskeditor auf Datensuche, c't 6/00, S. 116
[3] Helge Cramer, Fischen im Datenmeer, Datenrettungsprogramme auf dem Prüfstand, c't 6/00, S. 110
[4] Axel Vahldiek, Treffen der Generationen, Windows 9x nach XP installieren, c't 5/02, S. 214
[5] Hajo Schulz, Schaltwerk, Hinter den Kulissen der Windows-Registry, c't 8/02, S. 112
[6] Axel Vahldiek, Blitzkonfiguration, Windows-Tipps per Mausklick umsetzen, c't 8/02, S. 106
[7] c't-Tipp-Datenbank: www.heise.de/ct/tipps
[8] Axel Vahldiek, Selbstbeschränkung, Windows XP sicher nutzen, c't 11/02, S. 138
[9] Axel Vahldiek, Ausgelagert, Virtueller Arbeitsspeicher unter Windows 9x und ME, c't 1/01, S. 166
[10] Hajo Schulz, Peter Siering, Installations-eXPerimente, Dateisystem- und Installationsvarianten unter Windows XP, c't 22/01, S. 132
[11] Hajo Schulz, Probierstube, Mehrere Windows-Installationen parallel betreiben, c't 19/00, S. 122
[12] Karsten Violka, DOSenkonserven, Drive Image 2002 von PowerQuest, c't 12/02, S. 80
[13] Karsten Violka, Schnappschüsse gratis, Betriebssysteme mit dem Open-Source-Tool Partition Image sichern, c't 3/02, S. 184
Es sind diverse Imager erhältlich, die jedoch nicht immer auch alle beschriebenen Aufgaben bewältigen können - eine Übersicht ist in der Tabelle zu finden. Den größten Funktionsumfang bietet PowerQuests DriveImage 2002 [12]. Für Symantecs Norton Ghost 2003, Paragons DriveBackup 5.5 und TrueImage 6.0 von Acronis bezahlt man zwar weniger, bekommt aber auch weniger Leistung geboten. Wer noch mehr sparen will, greift zu Linux und dessen Befehl dd - auf der bootfähigen CD, die der c't 13/02 beilag, ist alles Notwendige enthalten, eine Anleitung dazu findet sich im gleichen Heft auf Seite 208. Alternativ bietet sich unter Linux Partition Image [13] an, ebenfalls kostenlos, aber etwas komfortabler, wenn auch noch nicht mit dem Funktionsumfang der kommerziellen Konkurrenz.
Bevor man sich für eines der Produkte entscheidet, sollte man jedoch erst einmal kurz nachprüfen, ob man nicht bereits einen Imager besitzt: Bei so manchem Hardware-Kauf - vor allem bei Mainboards - bekommt man eine (meist ältere) Version von Symantecs Ghost oder auch PowerQuests Drive Image als OEM-Beigabe dazu, teilweise sogar schon die Vorgänger der momentan aktuellen Fassungen, die beide bereits Images direkt auf CD-R(W) brennen können, auch auf mehrere verteilt.
Mainboard-Hersteller QDI geht noch einen anderen Weg und hat rudimentäre Imager-Fähigkeiten bereits ins BIOS integriert - doch vor einem allzu großen Vertrauen in dessen Fähigkeiten sei gewarnt: `RecoveryEasy II´ ist eigentlich nicht für Privatanwender konzipiert, sondern für Hersteller von Komplett-PCs, die ein Image des vorinstallierten Betriebssystems mit auf die Festplatte packen wollen, um sich so Produktion und Kosten einer Recovery-CD zu sparen.
Wer RecoveryEasy II dennoch einsetzen möchte, kann damit genau ein Image der Systempartition oder der gesamten Platte erstellen - logische Laufwerke lassen sich nicht einzeln sichern. Das Image liegt unverrückbar am Ende der Platte, wo das BIOS einfach pauschal 1 GByte Platz reserviert, indem es die Platte kleiner aussehen lässt - das verschenkt bei kleineren Images Platz, bei größeren beschert es ulkige Effekte: Partition Magic von PowerQuest sieht plötzlich `nicht zugeordeneten´ Plattenplatz und bietet dessen Nutzung an, bricht den Vorgang dann aber mit einer Fehlermeldung ab. Das 9x-eigene Fdisk erlaubt zwar, hier eine neue Partition einzurichten, die der Format-Befehl auch scheinbar erfolgreich formatiert, doch beim ersten Zugriff auf das neue Laufwerk stürzte unser Windows 98SE dermaßen heftig ab, dass nur noch der Griff zum Netzstecker blieb. Immerhin: Das Image hat diese Aktionen unbeschadet überstanden.
| Produkt | RecoveryEasy II | Drive Image | Ghost | TrueImage 6.0 | Drive Backup | dd | Partition Image |
| Hersteller | QDI | PowerQuest | Symantec | Acronis | Paragon | Linux, z. B. in c't 13/02 | OpenSource-Projekt |
| Web-Adresse | www.qdigrp.com | www.powerquest.de | www.symantec.de | www.acronis.de/products/trueimage/ | www.paragon-gmbh.com | Heft nachbestellbar unter www.heise.de/kiosk | www.partimage.org |
| Art des Imagers | BIOS-Funktion | Programm | Programm | Programm | Programm | Programm | Programm |
| Preis | nur mit Mainboard erhältlich | 69,60 EUR | 49,95 EUR | 45,50 EUR | 39,95 EUR | kostenlos | kostenlos |
| Anzahl der anlegbaren Images | 1 | unbegrenzt | unbegrenzt | unbegrenzt | unbegrenzt | unbegrenzt | unbegrenzt |
| unterstützt FAT16/FAT32/NTFS | + / + / + | + / + / + | + / + / + | + / + / + | + / + / + | - | + / + / + |
| Auslesen aller/nur belegter Sektoren | - / + | + / + | + / + | - / + | + / + | + / - | - / + |
| Images kompromierbar | - | + | + | + | + | mit Packer | + |
| Speicherort frei wählbar | - | + | + | + | + | + | + |
| Images teilbar | - | + | + | + | + | - | + |
| brennt Images direkt auf CD-R(W) | - | + | + | + | - | - | - |
| Integritätsprüfung/Verify | - / - | + / + | + / - | + / - | - / + | - / - | - / - |
| Passwortschutz | - | + | + | + | + | sofern Packer es unterstützt | - |
| Image-Betrachter | - | + | + | - | - | - | - |
| Image mountbar | - | - | - | + | + | + | - |
| läuft unter Windows | - | + | + | + | + | - | - |
+ vorhanden - nicht vorhanden