[[Vorlage(Getestet, feisty, dapper)]] {{{#!vorlage Wissen [:Pakete_installieren: Installation von Programmen] [:Paketquellen_freischalten: Bearbeiten von Paketquellen] [:Terminal: Ein Terminal öffnen] [:Editor: Einen Editor öffnen] }}} [[Inhaltsverzeichnis(2)]] [[Bild(./usplash.png, align=left)]]Der Bootsplash ist die graphische Anzeige während des Bootprozesses eines Betriebsystems. Ubuntu benutzt für diese Anzeige das Programm USplash. Dabei benutzt es den [http://de.wikipedia.org/wiki/Framebuffer Framebuffer] {de} der Grafikkarte um ohne einen XServer die Grafik darstellen zu können. Bei der Installation von Ubuntu wird je nach Ubuntu-Derivat ein passendes Thema für USplash installiert. Je nach Derivat erscheint also während des Bootvorganges ein großes ''"Ubuntu"'', ''"Kubuntu"'' usw. auf dem Bildschirm. Das Thema für USplash ist in den Paketen * '''edubuntu-artwork-usplash''' * '''kubuntu-artwork-usplash''' * '''usplash-theme-ubuntu''' * '''xubuntu-artwork-usplash''' * '''ichthux-artwork-usplash''' (''universe'', [2]) * '''debian-edu-artwork-usplash''' (''universe'') * '''usplash-theme-ubuntustudio''' (''universe'') enthalten. Je nach installiertem Derivat von Ubuntu sind diese Pakete installiert oder nicht. [[Anker(Aufloesung)]] = Auflösung bestimmen = Die Auflösung des Bootsplash kann über die Datei '''/etc/usplash.conf''' bestimmt werden. Ist die Auflösung falsch eingetragen kommt es z.B. zu einer Verzerrten Darstellung des Bootsplashes. Die zu nutzende Auflösung kann man direkt eintragen [4]: {{{# Usplash configuration file xres=1280 yres=1024 }}} Nicht vergessen die Auflösung an den eigenen Bildschirm anpassen! Allerdings wird dadurch nicht die Auflösung der Textkonsole beeinflusst. Weitere Informationen hierzu findet man [:Booten:hier] im Wiki. Nach dieser Änderung gibt man {{{#!vorlage Befehl sudo update-usplash-theme usplash-theme-ubuntu }}} im Terminal ein und startet den Computer neu um das Ergebnis zu sehen. [[Anker(Thema)]] = Thema auswählen = Bei der Installation von [:Metapakete:Metapaketen] wie ''"kubuntu-desktop"'' wird auch automatisch ein passendes Thema für den Bildschirm installiert, der während des Bootvorganges gezeigt wird. D.h. obwohl man ursprünglich z.B. Ubuntu installiert hat, sieht man nun ein großes Kubuntu auf dem Bildschirm während der Rechner startet. Möchte man den Ubuntu Startbildschirm wiederherstellen, so kann man das entsprechende Thema einfach deinstallieren. Also z.B. das Paket * '''kubuntu-artwork-usplash''' über die Paketverwaltung deinstallieren [1]. Möchte man Metapakete wie ''"kubuntu-desktop"'' weiterhin installiert haben, so kann man den Bootscreen auch mittels den Befehlen {{{#!vorlage Befehl sudo update-alternatives --config usplash-artwork.so sudo dpkg-reconfigure linux-image-$(uname -r) }}} definieren. Nach Eingabe des ersten Befehls kann man das gewünschte Thema auswählen. Der zweite Befehl aktiviert nun das gewählte Thema für den Bootprozess. [[Bild(./usplash_meldungen.png, 200, right)]] [[Anker(Meldungen)]] = Meldungen anzeigen = Der Bootvorgang Ubuntus läuft üblicherweise ohne Meldungen ab, was der Computer gerade macht. Aus anderen Linux Distributionen kennt man jedoch Statusmeldungen, dass dieser und jener Prozess gerade erfolgreich gestartet wurde. Dies kann man auch mit Ubuntu realisieren. Dazu muss man in der Datei '''/boot/grub/menu.lst''' die Optionen ''"quiet"'' in der Zeile ''"# defoptions="'' entfernen [4]. Am Ende sollte dieser Abschnitt so {{{## additional options to use with the default boot option, but not with the ## alternatives ## e.g. defoptions=vga=791 resume=/dev/hda5 # defoptions=splash }}} aussehen. Nutzt man andere Bootoptionen so können diese hier natürlich weiter stehen. Anschließend muss Grub noch mit {{{#!vorlage Befehl sudo update-grub }}} Danach wird bei jedem Start eines Dienstes während des Bootvorganges ein [OK] ausgegeben. Mehr zu den Funktionen der '''menu.lst''' findet man [:menu.lst:hier] im Wiki. [[Bild(./usplash_deaktiviert.png, 200, right)]] [[Anker(deaktivieren)]] = USplash deaktivieren = In gewissen Situationen kann es praktisch sein auf einen graphischen Bootsplash zu verzichten. So kann man z.B. Problemen auf die Schliche kommen, die während des Bootvorganges zu Fehlern führen. Manche Kombinationen von Grafikkarten und Treiber vertragen sich auch nicht gut mit dem so genannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Framebuffer Framebuffer] {de} . Es kommt vor dass die Grafikkarte den Framebuffer nicht mehr ansprechen kann, wenn ein 3D-Treiber die Grafikkarte benutzt. Hier hilft es den Bootsplash - und somit auch den Framebuffer - komplett abzuschalten. == Temporär == Während des Bootvorganges kann man über die Tastenkombination [[Vorlage(Tasten, Strg+Alt+F1)]] in die erste virtuelle Konsole wechseln. Hier werden die Ausgaben des Bootprozesses angezeigt. Der Rechner bootet hierbei ganz normal weiter, am Ende landet man also im Display-Manager, wo man sich als Benutzer am System anmelden kann. == Permanent == Um den Bootsplash permanent zu deaktivieren, muss wieder die Datei '''/boot/grub/menu.lst''' angepasst werden und die Option ''"splash"'' in der Zeile ''"# defoptions="'' in ein ''"nosplash"'' abgeändert werden [4]. {{{## additional options to use with the default boot option, but not with the ## alternatives ## e.g. defoptions=vga=791 resume=/dev/hda5 # defoptions=quiet nosplash }}} Anschließend muss Grub ebenfalls mit {{{#!vorlage Befehl sudo update-grub }}} aktualisiert werden. = Individuelles Thema = USplash lässt sich auch mit eigenen Themen individuell anpassen. Allerdings tauscht man hier nicht einfach nur ein Bild aus. Ein USplash Thema ist mehr als nur das. Daher ist der Austausch des USplash Themas nicht ganz trivial. == Fertiges Thema == Sucht man beispielsweise auf [http://www.gnome-look.org gnome-look.org] {en} nach dem Begriff ''"usplash"'' so findet man eine Hand von Themen für USplash, die man benutzen kann. Wie eingangs beschrieben sind Themen für USplash mehr als Bilder; zur Installation muss man daher mehr machen, als nur eine Datei zu kopieren. Lädt man solch ein Archiv herunter und entpackt es beispielsweise auf dem Desktop, so sollte es eine Datei mit der Endung '''.so''' enthalten. Diese Datei beinhaltet das zu verwendende Bild, die Farbverläufe usw. Im Folgenden wird diese Datei '''beispiel_usplash_theme.so''' genannt. Das Thema muss erst an die richtige Stelle kopiert werden. Dies ist unter Ubuntu und allen Derivaten das Verzeichnis '''/usr/lib/usplash'''. {{{#!vorlage Befehl sudo cp ~/Desktop/beispiel_usplash_theme.so /usr/lib/usplash }}} Anschließend muss die [http://de.wikipedia.org/wiki/Symbolische_Verknüpfung symbolische Verknüpfung] {de} '''/usr/lib/usplash/usplash-artwork.so''' erweitert werden {{{#!vorlage Befehl sudo update-alternatives --install /usr/lib/usplash/usplash-artwork.so usplash-artwork.so /usr/lib/usplash/beispiel_usplash_theme.so 10 }}} und das neue Thema verlinkt werden. {{{#!vorlage Befehl sudo update-alternatives --config usplash-artwork.so }}} Abschließend muss noch das neue Thema in die Kernelabbilder eingebaut werden. {{{#!vorlage Befehl sudo update-initramfs -u }}} Ab dem nächsten Neustart sollte das neue Thema nun erscheinen. == Eigenes Thema == Es ist auch möglich, sich aus einem beliebigen Bild ein Thema für USplash zu erstellen. Die Informationen hierfür finden sich im Artikel [:Bootsplash_anpassen:Bootsplash anpassen] oder auch unter [http://news.softpedia.com/news/Change-Ubuntu-Bootsplash-Theme-55237.shtml Change Ubuntu Bootsplash Theme] {en} . = Problemlösungen = [[Anker(Timeout)]] == Timeout verhindern == Es kann vorkommen, dass der Bootsplash nicht über den ganzen Bootprozess hinweg angezeigt wird. Dies ist beabsichtigt, um z.B. bei einer Fehlermeldung eine sichtbare Rückmeldung zu bekommen. Sollte ein Prozess jedoch länger als geplant zum Starten brauchen, so wird der Bootsplash eventuell ohne Grund unterbrochen. === ReiserFS === Dies ist z.B. bei großen Festplatten der Fall, die mit dem Dateisystem ReiserFS formatiert sind. Das Einbinden einer mit ReiserFS formatierten Partition dauert einfach etwas länger. Dazu kommt, dass dieser Prozess umso länger dauert, je größer die Partition ist. In solch einem Fall kann man das Timeout, also die Zeit wie lange der Prozess dauern darf, verlängern. Im Fall von ReiserFS kann man dies in der Datei '''/etc/init.d/checkfs.sh''' machen [4]. Durch das Hinzufügen der Zeile ''usplash_write "TIMEOUT "'' wird der Timeout des Usplash von Hand gesetzt. Also beispielsweise {{{... do_start () { usplash_write "TIMEOUT 60" # See if we're on AC Power # If not, we're not gonna run our check ... }}} Von da an sollte der Bootsplash nicht mehr beim Booten verschwinden. Andere [:Dienste:] lassen sich sicherlich ähnlich einstellen. === "waiting for resume device" === Diese Meldung bedeutet, dass das System versucht, das für den Ruhezustand (Suspend-to-Disk) nötige Auslagerungsgerät zu erkennen. Wenn hier der Bootsplash verschwindet, kann man den Timeout durch folgende Änderungen in der Datei '''/usr/share/initramfs-tools/scripts/local-premount/resume''' erhöhen: {{{... if [ -x /sbin/usplash_write ]; then /sbin/usplash_write "TIMEOUT $(( ${slumber} + 2 ))" || true fi slumber=$(( ${slumber} * 10 )) while [ ! -e "${resume}" ] || ! /lib/udev/vol_id "${resume}" >/dev/null 2>&1; do /bin/sleep 0.1 slumber=$(( ${slumber} - 1 )) [ ${slumber} -gt 0 ] || break done if [ -x /sbin/usplash_write ]; then /sbin/usplash_write "TIMEOUT 15" || true fi ... }}} Die expliziten Änderungen sind das ''$(( ${slumber} + 2 ))'' in der oberen if-Sektion und die komplett neu hinzuzufügende untere if-Sektion. Nach einem abschließenden {{{#!vorlage Befehl sudo update-initramfs -u }}} sollte der Bootsplash bei der Resume-Device-Erkennung erhalten bleiben. ---- # tag: System