Slitaz stammt vom schweizer Entwickler Christophe Lincoln. Die kryptische Abkürzung steht für Simple Light Incredible Temporary Autonomous Zone. Mit rund 30 MByte als Live-CD ist die Distro mehr als nur "simple light" und selbst nach dem Start belegt Slitaz gerade mal 65 MByte im Hauptspeicher (inklusive Firefox). Mit diesen Parametern eignet sich die Distribution für alle Rechner ab 128 MByte Hauptspeicher.
Slitaz gibt es in den zwei Varianten Stable und Cooking, wobei Cooking für den Entwicklerzweig steht. Von beiden Zweigen gibt es wiederum mehrere Varianten, so genannte Flavours. Die Cooking-Flavours gibt es hier zum Download, die Stable-Variante hier.
Die 29 MByte große ISO-Datei brennt man einfach als CD. Im
Bootbildschirm drückt man einfach [Enter]. Wer vorher noch die
Sprache auf Deutsch umstellen möchte, gibt zunächst de
am Bootprompt ein und bestätigt danach mit der Eingabetaste. Die
Sprach- und Tastaturauswahl sowie die Auflösung kann man aber auch
während des Bootvorgangs einstellen. Als Live-CD-Nutzer ist der
Benutzername tux mit dem Passwort root
eingerichtet, der Root-Account ist über das gleiche Passwort
gesichert.
Der Bootdialog von Slitaz 2.0
Version 2.0 von Slitaz setzt auf Openbox als Fenstermanager. Neben ein paar distributionseigenen Tools kommen in erster Linie Gtk-Werkzeuge und XFCE-Tools zum Einsatz. Unter den Standardprogrammen von Slitaz befinden sich aber auch einige weniger bekannte Anwendungen, wie zum Beispiel das Zeichenprogramm Mtpaint, der Bildbetrachter Gpicview oder das Audioschnittprogramm Mhwaveedit. Die Live-CD wird nach dem Start nicht mehr benötigt, da die komplette Distro im RAM arbeitet. Ausnahme: Installation.
Um Slitaz permanent auf der Platte zu installieren, wählt man System Tools | SliTaz Installer aus dem Hauptmenü und gibt danach von Hand die Partition ein, auf der der Installer das System einrichten soll. Mit GParted steht im gleichen Menü ein Tool bereit, um die Partitionierung vor der Installation anzupassen. Alternativ lässt sich die Distribution auch auf einem USB-Stick einrichten. Dazu wählt man Tazusb LiveUSB Tool aus dem System Tools Menü. Über den Installer lässt sich auch ein Upgrade von Version 1.0 auf 2.0 durchführen.
Das Installationsprogramm von Slitaz wendet sich eher an erfahrene Nutzer.
Zu den Slitaz-eigenen Tools gehört unter anderem der Paketmanager
tazpgk beziehungsweise das zugehörige grafische Frontend, das sich
nach dem Start von Openbox am rechten Ende der Kontrollleiste
befindet. Die Bedienung des Paketmanagers erfordert keine besondernen
Kenntnisse: Über tazpkg search Name
sucht man nach installierbaren Paketen, ein tazpkg
get-install Name
richtet das Paket inklusive Abhängigkeiten ein. Ruft man den
Paketmanager mit der Option get Name
auf, lädt er das angeforderte Paket nur herunter, ohne es zu
installieren. Heruntergeladene und installierte Pakete speichert
Slitaz im Verzeichnis /var/cache/tazpkg/.
Hier kann man ein Paket manuell über tazpkg
extract entpacken oder per tazpkg
install Datei.tazpkg
installieren. Tazpgk zieht dabei benötigte Pakete automatisch
aus dem Netz nach.
Bei den Slitaz-Paketen handelt es sich um CPIO-Archive, in denen das eigentliche Dateisystem per Gzip komprimiert nochmals als CPIO-Archiv verpackt ist. Der Slitaz-Paketmanager arbeitet sehr schnell.
Der grafische Paketmanager von Slitaz, im Hintergrund der Speicherverbrauch der Distro.
Obwohl Slitaz von Haus aus schon eine sehr gute Programmauswahl mitbringt, lassen sich über den Paketmanager nochmals sehr viele Anwendungen nachrüsten, egal ob Systemtools oder Multimedia.
Über den USB-Installer lässt sich die Distribution in wenigen Mausklicks auf einem USB-Stick einrichten. Slitaz geht aber noch einen Schritt weiter: Mit dem Live-CD-Tool, das sich unter System Tools | Tazlito LiveCD Tool befindet, lässt sich aus der aktuell benutzten Version von Slitaz eine Live-CD erstellen. Dabei kopiert der Installer das komplette System auf die CD, sämtliche nachträglich installierten Pakete landen somit auch auf der Live-CD.
Zwei Mausklicks und schon erstellt Slitaz eine eigene Live-CD.
Gut gefallen haben in den Tests auch der Task Manager und die System-Information-Toolbox am rechten Panelrand. Slitaz verfügt zudem über ein Kontrollzentrum, über das sich unter anderem der Bootloader und der Login-Manager installieren lassen, das aber auch die Benutzerverwaltung und das Netzwerksetup enthält. Bei der Installation von proprietären Firmware-Paketen hilft die SliTaz Control Box ebenfalls.
Das Kontrollzentrum von Slitaz.
Slitaz braucht sich hinter Puppy oder Damn Small Linux nicht zu verstecken -- ganz im Gegenteil: Die Distribution hat das Zeug zur besten schlanken Linux-Variante schlechthin. Eine Live-CD von Slitaz 2.0 gehört in jede Werkzeugsammlung von Linux-Fans und ein USB-Stick dazu.
Einem Freund empfehlen
Druckansicht beenden