Master Boot Record und Bootsektoren sichern (I) (http://www.pcwelt.de/know-how/software/15894/index23.html) Windows sicher wie nie PROBLEM: Der Master Boot Record (MBR) einer Festplatte und der Bootsektor jeder Partition sind die mit Abstand sensibelsten Daten. Gehen sie verloren, nehmen sie den Inhalt der Festplatte mit in den Orkus. Dieses Risiko wollen Sie minimieren. Dazu benötigen Sie ein Werkzeug, das auch sehr komplexe Festplattenaufteilungen speichert, unabhängig von den darauf befindlichen Betriebssystemen und Dateisystemen. LÖSUNG: Hier hilft Ihnen ein kostenloses Betriebssystem weiter - nutzen Sie Linux als Notfallsystem auf Bootdiskette. Ein Beispiel hierfür ist Tomsrtbtr (englischsprachige Freeware, im Download-Bereich ). Damit können Sie ein Backup von MBR und Bootsektoren erstellen und bei Bedarf zurücksichern. Der Haken für Windows-Anwender: Sie benötigen Linux-Grundkenntnisse, bevor Sie ans Werk gehen. Um den MBR nach dem Start von der Linux-Diskette als Datei zu sichern, wechseln Sie mit cd /tmp zunächst in das Verzeichnis /tmp. Es liegt auf einer RAM-Disk mit genügend Platz, die Tomsrtbtr als Erstes eingerichtet hat. Den MBR der ersten EIDE-Festplatte sichern Sie mit dem Befehl dd if=/dev/hda of=mbr.hda bs=512 count=1 Für SCSI gilt analog dd if=/dev/sda of=mbr.sda bs=512 count=1 Tomsrtbtr 1.7.185 Master Boot Record und Bootsektoren sichern (II) Für den MBR der zweiten Platte geben Sie anstelle von "hda" und "sda" "hdb" beziehungsweise "sdb" an, haben Sie noch mehr Festplatten, geht es gemäß der alphabetischen Reihenfolge weiter. So sichern Sie anschließend die Bootsektoren jeder Partition: fdisk -l liefert die Aufteilung aller Festplatten am Bildschirm. Lassen Sie sich nicht davon irritieren, wenn Fdisk statt Windows-NT-Partitionen den Typ "OS/2 HPFS" anzeigt. Diese haben die gleiche Kennung (07h) wie NTFS-Partitionen. Auch brauchen Sie sich nicht darum zu kümmern, ob Tomsrtbtr Ihre Partitionstabelle eventuell für ungültig hält. Die Bootsektoren sichern Sie dann mit Kommandos wie im folgenden Beispiel (- hier geht es um die primäre FAT32-Partition auf der ersten EIDE-Platte): dd if=/dev/hda1 of=bootsect.hda1 bs=512 count=6 Gehen Sie analog durch alle Partitionen, die Fdisk anzeigt, und geben Sie hinter "count=" die Sektorenzahl ein, die zum jeweiligen Dateisystem passt. Unter FAT16 ist dies nur ein Sektor, FAT32 verwendet sechs, NTFS 16 Sektoren. Das Linux-Dateisystem Ext2fs arbeitet mit zwei Sektoren. Zusätzlich sollten Sie jeweils den ersten Sektor jeder erweiterten Partition sichern: Er enthält nämlich den EPBR (Extended Partition Boot Record), der zum Zugriff auf die logischen Laufwerke benötigt wird. Die Namensendungen der Dateien haben wir im Beispiel analog zu den Bezeichnungen der zugehörigen Partitionen gewählt, um die Zuordnung bei späteren Restaurierungsarbeiten zu vereinfachen. Nun liegen MBR und Bootsektoren in der RAM-Disk. Binden Sie jetzt die Tomsrtbtr-Diskette mit mount -t minix -v /dev/fd0u1722 /mnt unter dem Verzeichnis /mnt in das Dateisystem ein. Wählen Sie als Namen des Archivs am besten den Rechnernamen (in unserem Beispiel Zerberus). Dann erstellen Sie mit dem folgenden Befehl ein komprimiertes Archiv auf der Diskette: tar -cvf- * | gzip undgt; /mnt/zerberus.tar.gz Nehmen Sie die Diskette auf keinen Fall sofort heraus, sondern schließen Sie erst mit dem Befehl "umount /mnt" alle Schreibvorgänge ab. Müssen Sie MBR oder Bootsektoren nach einem Fehler wiederherstellen, booten Sie von der Tomsrtbtr-Diskette und binden diese ins Dateisystem ein: mount -t minix -v /dev/fd0u1722 /mnt Nun wechseln Sie ins Verzeichnis /tmp und entpacken das Archiv: cd /tmp gzip -dc /mnt/zerberus.tar.gz | tar -xvf- Master Boot Record und Bootsektoren sichern (III) Wenn Sie sich an unser Prinzip bei der Namensvergabe gehalten haben, erhalten Sie als Ergebnis die Datei(en) mit der Endung MBR zur Wiederherstellung des Master Boot Records, ferner je nach Festplattenaufteilung, diverse bootsect.*-Dateien, die als Endungen die zugehörigen Festplattenbezeichnungen tragen, etwa "hda1". Welche Dateien Sie benötigen, hängt davon ab, was verloren gegangen ist. Gibt der Befehl "fdisk -l" keine sinnvolle Partitionen-Liste aus, muss der MBR der betroffenen Festplatte wiederhergestellt werden, und zwar aus seiner MBR-Datei. Für die primäre EIDE-Platte heißt der Befehl dd if=mbr.hda of=/dev/hda bs=512 count=1 und für SCSI: dd if=mbr.sda of=/dev/sda bs=512 count=1 Wenn Sie zwar noch die Partitionen sehen, aber nicht mehr auf deren Inhalt zugreifen können, müssen Sie den Bootsektor der betroffenen Partitionen restaurieren. Für eine primäre FAT32-Partition auf der ersten EIDE-Festplatte lautet der Befehl dd if=/dev/hda1 of=bootsect.hda1 bs=512 count=6 Die Plattenbezeichnungen und Parameter folgen wieder der bereits beim Sichern der Bootsektoren erklärten Syntax. - akr